Gedenkstätte am Ground Zero Die "Fußspuren" des World Trade Centers

Nach einem monatelangen Auswahlverfahren hat die Jury entschieden: Zwei Wasserbecken in Form der Fundamente des zerstörten World Trade Centers sollen an die Opfer der Terroranschläge in New York von 11. September 2001 erinnern.

Eine 13-köpfige Jury entschied sich am Dienstag für den Entwurf des Architekten Michael Arad und des Landschaftsplaners Peter Walker. Der Entwurf mit dem Titel "Reflecting Absence" (etwa: Reflexion des Abwesenden) symbolisiere den "unermesslichen Verlust" durch die Anschläge, begründete der Präsident der Jury, Vartan Gregorian, die Entscheidung. Er habe am besten die "klaffende Lücke" veranschaulicht, die von den Zwillingstürmen hinterlassen worden sei. Eine andere Art der Versöhnung mit diesem Verlust sei architektonisch nicht als möglich erschienen.

Mehr als 5200 Vorschläge waren dafür eingereicht worden. Der Entwurf von Arad und Walker habe am Ende durch seine "schlichte Darstellung" der "Fußspuren des World Trade Centers" überzeugt, erklärte Gregorian. Der Plan wurde jedoch im Vergleich zur ursprünglichen Fassung entscheidend verändert. Der Entwurf in seiner Endfassung soll kommende Woche vorgestellt werden.

Raum für Hinterbliebene

Die zwei Wasserbecken sind durch eine Passage verbunden, in deren Mitte in einem Raum Kerzen angezündet werden können. Ein weiterer Gang führt zu einem Zimmer, im dem nicht identifizierbare Überreste der Opfer aufbewahrt werden. Zu diesem Raum sollen nur Hinterbliebene Zugang haben. Gemäß den Vorgaben listet das Denkmal die Namen der 2982 Opfer auf, die bei den Anschlägen in New York, Washington und Pennsylvania ums Leben kamen. Die Umgebung der beiden Wasserbecken soll üppig durch Gewächse und Gehölze gestaltet werden, die als Bekräftigung des Lebens und der ständigen Wiedergeburt gelten.

Auch die Namen derer, die bei einem Autobombenanschlag auf die Zwillingstürne 1993 getötet wurden, werden verzeichnet. Wenn Hinterbliebene die Gedenkstätte besuchen, werden sie von Angestellten zu der Stelle geführt werden, an der der Name ihres Angehörigen steht.

Nach der Ausschreibung des Architektenwettbewerbs für die Gedenkstätte im April 2003 waren 5201 Entwürfe aus 63 Ländern eingegangen. Es war der weltweit größte Architektenwettbewerb, der jemals organisiert worden war. Im November hatte die Jury, in der Architekten, Künstler, Behörden und auch Angehörige der Opfer vertreten sind, eine Vorauswahl getroffen und acht Entwürfe ausgestellt, die zum Teil auf heftige Kritik gestoßen waren.