Fast auf den Tag genau vor zwanzig Jahren feierte Alfonso Cuaróns Film „Children of Men“ bei den Filmfestspielen in Venedig Premiere. „Children of Men“ erhielt damals nur den Preis für die beste Kameraarbeit, aber seither ist dieser Film immer aktueller geworden, und er taucht immer häufiger in Bestenlisten auf. Clive Owen ist darin Theo; die Welt, durch die er sich bewegt, ist geprägt von Hass und Ausgrenzung, Terrorismus und Unterdrückung. Der Film spielt im Jahr 2027, und das letzte Kind, das geboren wurde, wird gerade achtzehn Jahre alt – und ist somit kein Kind mehr. Warum keine Frau mehr schwanger wird, ist unklar. Es könnte an der Umweltzerstörung liegen; oder aber, der Gedanke schwingt immer mit, eine höhere Macht hat beschlossen, es sei jetzt mal Schluss mit der Menschheit. Dann wird Theo von einer Untergrundbewegung mit einer heiklen Mission betraut: Eine junge Frau ist doch schwanger geworden, und Theo soll sie und ihr Baby sicher an die Küste bringen, damit sie dort von einem Schiff aufgenommen wird – angeblich gibt es draußen auf dem Meer noch eine kleine, etwas würdigere Gemeinschaft.
GeburtenrateSeid fruchtbar und mehrt euch. Sofort!
Lesezeit: 6 Min.

Die Politik will, dass Frauen wieder mehr Kinder bekommen. Wie? Das scheint Menschen wie Friedrich Merz ziemlich egal. Über eine Debatte, die so scheinheilig wie übergriffig ist.
Essay von Susan Vahabzadeh
