Gabriele Tergit: "So war's eben":Geht alles noch einmal weiter

Lesezeit: 6 min

Gabriele Tergit: "So war's eben": Als Gerichtsreporterin und Feuilletonistin wurde die 1894 geborene Gabriele Tergit bekannt. Später schrieb sie Romane und Sachbücher über Gärten.

Als Gerichtsreporterin und Feuilletonistin wurde die 1894 geborene Gabriele Tergit bekannt. Später schrieb sie Romane und Sachbücher über Gärten.

(Foto: Jens Brüning)

Jetzt erst ist Gabriele Tergits dritter großartiger Gesellschaftsroman "So war's eben" aus dem Nachlass veröffentlicht worden. Zu Lebzeiten hat sie dafür keinen Verlag mehr gefunden. Wie konnte das sein, bei einem so rasend modernen Buch?

Von Marie Schmidt

Dreimal hat Gabriele Tergit angesetzt, einen Jahrhundertroman zu schreiben, hat vom Untergang der Welt erzählt, wie sie sie kannte. Zweimal ist sie von den Ereignissen überholt worden, hatte noch nicht wissen können, wie brutal die Milieus, die Mentalität und die Menschen zerstört werden würden, von denen sie erzählte. Die drei Romane spielen in Berlin, ihr historischer Angelpunkt sind die späten Zwanziger-, frühen Dreißigerjahre des 20. Jahrhunderts, also die Epoche, die bis heute auch das Serienfernsehen von "Babylon Berlin" bis "Eldorado Kadewe" munter beschäftigt. Tergits Thema ist das Großbürgertum, vor allem das jüdische, seine Sitten, Generationsbrüche und nicht zuletzt die Wohnungseinrichtungen, die durch ihre Vorgeschichte in der Kaiserzeit erst verständlich werden.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Interview mit Sido
"Mein Problem war selbst für die Profis relativ neu"
SZ-Magazin
Patti Smith im Interview
"Ich gehe mit den Verstorbenen, die ich liebe, durchs Leben"
Politische Gefangene Maria Kolesnikowa in Belarus
"Dieser ständige Druck wirkt sich auf die Gesundheit aus"
Mutlose Mädchen
Psychologie
"Die Töchter wollen nicht so ein Leben wie ihre erschöpften Mütter"
Zigarettenrauch
Essay
Rauchen, um sich ganz zu fühlen
Zur SZ-Startseite