Musik während der NS-Zeit:Deutsche Kunst

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Wilhelm Furtwängler dirigiert ein Werkkonzert, 1939

Wilhelm Furtwängler 1939 bei einem Werkskonzert im Berliner Betrieb "Stock & Co.".

(Foto: Süddeutsche Zeitung Photo)

Der Dirigent Wilhelm Furtwängler wurde lange der Nazi-Komplizenschaft verdächtigt. Kann man aus den nun veröffentlichten Rundfunkaufnahmen aus den Jahren 1939 bis 1945 eine politische Haltung heraushören?

Von Helmut Mauró

Die künstlerische Lebensleistung des Dirigenten Wilhelm Furtwängler steht für Musikkenner außer Frage. Jetzt kann jeder die musikalischen Qualitäten des einstigen Chefs der Berliner Philharmoniker auf deren jüngster CD-Edition nachhören ("The Radio Recordings 1939-1945"). Die Rundfunk-Konzerte der Kriegsjahre mit Werken von Bach, Bruckner, Brahms, Beethoven, Schubert, Weber, Wagner, Strauss und Hindemith stammen aus jener Zeit, als sich Furtwänglers Ruhm aus den Jahren vor 1933 nun im ideologischen Dunst einer größenwahnsinnigen Nation verdichtete. Es sind Radioübertragungen, die den Mythos Furtwängler für alle erfahrbar werden ließen. Stand Furtwängler, der vor 1933 bereits weltberühmt war, im Dienst der Nazi-Propaganda? Der Stardirigent steht bis heute exemplarisch für die Frage der moralischen Grenzziehung. Wie hängen ästhetische, moralische und politische Fragen zusammen?

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