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FSK 12 für "Keinohrhasen":Nichts für kleine Kinderaugen

"Keinohrhasen" doch zu obszön: Die Altersfreigabe für Til Schweigers Komödie wurde von sechs auf zwölf Jahre angehoben. Schweiger sprach von einer "politischen Entscheidung", reagierte jedoch gelassen.

Sechs Wochen nach dem Kinostart ist die Altersfreigabe für Til Schweigers Erfolgskomödie "Keinohrhasen" am Freitag von sechs auf zwölf Jahre angehoben worden. Es sei nicht auszuschließen, dass derbe und sexualisierte Wörter und Begriffe Kinder irritierten und verstörten, begründete die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) die am Vorabend getroffene Korrektur. Der Appellationsausschuss des Gremiums entschied laut Mitteilung der FSK nach ausführlicher Diskussion, der Film könne die Erziehung von Sechs- oder Siebenjährigen beeinträchtigen.

Til Schweiger versteht die Aufregung nicht: Bei den Dreharbeiten sei man von FSK 12 für "Keinohrhasen" ausgegangen.

(Foto: Foto: dpa)

Produzent und Hauptdarsteller Til Schweiger (44) reagierte gelassen und zeigte Verständnis: "Vermutlich ist das eine politische Entscheidung, aber ich finde das gar nicht dramatisch, ob der Film ab sechs oder ab zwölf Jahre freigegeben ist." Das Filmteam sei niemals davon ausgegangen, dass die Komödie von der FSK ab sechs Jahre freigegeben würde und sei davon überrascht worden.

Schweigers eigene Kinder im Alter von zwölf, elf, zehn und fünf Jahren spielen in dem Film mit und haben ihn vollständig gesehen, wie der Schauspieler sagte. "Fünfjährige verstehen ohnehin nicht den Film, und Zehnjährige wissen heutzutage, was 'blasen' bedeutet - egal ob man das gut findet oder nicht", sagte Schweiger. Was im Fernsehen am Nachmittag, etwa in manchen Gerichtsshows gezeigt werde, halte er für viel schlimmer.

Der Filmverleih Warner Brothers nannte die FSK-Entscheidung vertretbar. Bereits 4,1 Millionen Kinozuschauer haben seit dem 20. Dezember die Komödie gesehen. Die Liebeskomödie mit Schweiger als Regisseur und Hauptdarsteller sowie Nora Tschirner als seiner Partnerin handelt von einem Boulevardreporter, der Sozialstunden in einem Kindergarten leisten muss und sich in die Leiterin verliebt.

Wegen der Sexszenen und der teils derben Sprüche hatte es Kritik an der Freigabe für Kinder ab sechs Jahren gegeben. Dem folgte nun das FSK-Gremium. Schweiger wies daraufhin, dass nach den gesetzlichen Bestimmungen Eltern auch nach der neuen Freigabe Kinder unter zwölf Jahren in die Komödie mitnehmen dürfen. "Und dass zwei Sechsjährige abends in den Film wollen, ist wohl kaum anzunehmen."

Das schleswig-holsteinische und das hessische Jugendministerium, die gemeinsam die Wiedervorlage des Films bei der FSK beantragt hatten, begrüßten am Freitag die neue FSK-Freigabe ab zwölf. Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren könnten den Gesamtzusammenhang des Films nicht begreifen, hatte das Ministerium argumentiert.

© sueddeutsche.de/dpa/kur/korc
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