Der öffentliche Diskurs zum Klimawandel ist ausgespannt zwischen einem apokalyptischen Sofortismus, der sogar mit zivilem Ungehorsam und zuweilen erpresserischen Methoden (Ankleben auf Straßen, Bedrohung von Kunstwerken) agiert, und einem verstockten Trotz, der das Problem überhaupt leugnet. Das sind die Ränder, aber dazwischen sehen wir Bürger uns in unserer gesamten Lebensweise, bei Konsum und Verkehr, beim Heizen und Duschen, vielleicht bald beim stromfressenden Gebrauch der KI, infrage gestellt und gefordert. Das Problem der Erderwärmung ist zwar riesenhaft, global, planetarisch, es bedroht alles Leben auf der Erde, gleichwohl – oder deshalb – soll seine Lösung auch von uns an der Supermarkttheke oder bei der Urlaubsplanung abhängen. Anstrengend.
SachbuchAuf den Verzicht verzichten
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Die Kölner Rechtsphilosophin Frauke Rostalski versucht, in ihrem neuen Buch zu begründen, warum wir nicht zum Klimaschutz verpflichtet sind. Gelingt ihr das?
Von Gustav Seibt
