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Französisches Kino:"La Boum"-Regisseur Pinoteau ist tot

Mit "La Boum" wurde Claude Pinoteau berühmt - und nicht nur Sophie Marceau verdankt ihm ihre Karriere. Jetzt ist der Regisseur im Alter von 87 Jahren gestorben. Präsident Hollande würdigt ihn als "herausragende Figur des französischen Films".

Der Regisseur des Films "La Boum", Claude Pinoteau, ist tot. Der Franzose starb am Freitag im Alter von 87 Jahren im Pariser Nobelvorort Neuilly-sur-Seine, teilte seine Agentur mit.

Claude Pinoteau gestorben

Claude Pinoteau war als Drehbuchautor, Regisseur und Produzent erfolgreich.

(Foto: dpa)

In Deutschland wurde Pinoteau in den achtziger Jahren vor allem durch die Filme "La Boum - Die Fete" und die Fortsetzung "La Boum II - Die Fete geht weiter" bekannt. Es war der Durchbruch für Sophie Marceau, die die Hauptrolle der 13-jährigen Vic spielte. Mit ihr drehte er 1987 noch "Die Studentin". Pinoteau gilt auch als Entdecker der Schauspielerin Isabelle Adjani, die in "Die Ohrfeige" von 1974 zum ersten Mal eine Hauptrolle spielte.

Auf die Todesnachricht hin sagte Marceau, Pinoteau sei als Regisseur "perfekt" für den Film "La Boum" gewesen. "Er hatte diese Jugendlichkeit, diese Lieblichkeit, diese Romantik, aber auch diese Keuschheit", sagte die Schauspielerin sichtlich bewegt im Fernsehsender TF1. Claude Pinoteau sei "ein bisschen wie der Papa einer ganzen Generation, die diesen Film gesehen hat". Frankreichs Staatschef François Hollande würdigte den Regisseur als "herausragende Figur des französischen Films". Pinoteau habe "die Fähigkeit gehabt, den Nerv einer ganzen Generation zu treffen", erklärte er.

Claude Pinoteau war am 25. Mai 1925 als Sohn des Regisseurs Lucien Pinoteau geboren worden. Seine Karriere begann er als Assistent von Jean Cocteau, Henri Verneuil und Claude Lelouch. Seinen ersten abendfüllenden Spielfilm, "Ich - Die Nummer eins" ("Le Silencieux"), drehte er 1972 mit Lino Ventura in der Hauptrolle.

© Süddeutsche.de/AFP/dpa/cag/sana
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