Rassismus auf der Buchmesse:Wägt eure Worte

Zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse erhielt die Autorin Tsitsi Dangarembga aus Simbabwe am Sonntag (24.10.2021) in

Die Stadtverordnete Mirrianne Mahn (Die Grünen) unterbricht die Rede von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) zu Rassismus und rechten Tendenzen und erzählt selbst von ihren Ängsten zu Rassismus.

(Foto: Thomas Lohnes /epd)

Die Grünen-Politikerin Mirrianne Mahn sagte, Schwarze seien auf der Frankfurter Buchmesse "nicht willkommen". Das stimmt nicht. Wo bleibt der Widerspruch?

Von Nils Minkmar

Sich in diesen Tagen mit dem aufziehenden französischen Präsidentschaftswahlkampf zu befassen, ist keine angenehme Sache. Das Land ist im Griff eines erbitterten Kulturkampfs, in dem die extremen Stimmen dominieren. Die lautesten kommen von der extremen Rechten, aber auch gemäßigte konservative Politiker stimmen inzwischen ein, wenn es darum geht, die französische Gegenwart als reine Dystopie zu beschreiben. Mit dem Pathos derer, die die oft beanspruchte ungeschminkte Wahrheit zu sagen behaupten, die endlich mal Klartext reden, wird Frankreich als ein Land mit gescheitertem Bildungssystem, einer desolaten Integrationspolitik und einer verwüsteten urbanen Landschaft beschrieben. Von links klingt es ein wenig anders, aber in der Bilanz nicht erfreulicher: die Republik in der Hand des Neoliberalismus und mit - das ist eine in Frankreich täglich x-mal zu hörende Metapher - einem "sozialen Fahrstuhl", dessen Aufstiegsmechanismus seit Jahrzehnten außer Betrieb sei. Auch viele Intellektuelle tragen nicht zur Versachlichung bei. Der Philosoph Alain Finkielkraut, Mitglied der Académie française, sagte dieser Tage über die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, sie habe aus Paris ein zweites Beirut gemacht.

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