Fotoserie "Die Gläubigen"Leben nach der Bergpredigt

Martin Schoeller fotografiert religiöse Menschen in New York - im Juli waren das eine Anhängerin der Bruderhöfer, ein Indianer und eine Scientologin.

New York ist der Ort mit der größten Zahl unterschiedlicher Glaubensgemeinschaften. Der Fotograf Martin Schoeller porträtiert in seiner Feuilleton-Kolumne jeden Freitag einen gläubigen Menschen aus dieser Stadt. Hier finden Sie seine Werke monatlich gesammelt.​

Karen Berg. Gründerin des Kabbalah Centre

Zum Glauben habe ich als Kind gefunden. Ich wuchs in einer säkularen Familie auf, doch mit sieben wusste ich, dass es da eine Kraft gibt, die so viel größer ist als ich. Auch wenn ich keine Ahnung hatte, wie ich sie nennen sollte. Später habe ich diesen Glauben dann fast verloren. Ich heiratete sehr jung, bekam zwei Kinder. Aber ich hatte aus den falschen Gründen geheiratet, ich war verloren, hatte nichts. Da fand ich zur Kabbala, weil ich wusste, dass wir zu mehr auf der Erde sind, als nur um zu leben, uns zu vermehren, und zu sterben. Heute feiern wir unseren Glauben in Gebet, Gesang und dem Lesen der Torah. Auch wenn uns die Spiritualität sehr viel mehr bedeutet, als das Ritual. Was andere Gott nennen, ist für uns ein Licht, eine Energie, die allumfassend ist und die eigentlich schöpferische Kraft. Jeder kann die Kabbala studieren, die der esoterische Teil der fünf Bücher Moses' ist. Es kommt nur darauf an, wie viel man bereit ist, dafür zu geben. Doch dann findet man dieser Energie, die niemals verschwindet und so immer Teil unserer Reise ist.

Bild: Martin Schoeller 28. Juli 2018, 13:582018-07-28 13:58:05 © SZ.de/cag