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Fotos aller lebenden Nobelpreisträger:Schau mir ins Hirn, Kleines

Der Nobelpreis ist heute in aller Munde - doch wer hat eigentlich schon alles einen? Der deutsche Fotograf Peter Badge ist neun Jahre lang um die Welt gereist, um sie alle zu portraitieren. Die Bilder.

S. Stendel

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Jimmy Carter

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Der Nobelpreis ist heute in aller Munde - doch wer hat eigentlich schon alles einen bekommen? Der deutsche Fotograf Peter Badge ist neun Jahre lang um die Welt gereist, um alle noch lebenden Nobelpreisträger zu portraitieren. Die Bilder.

Der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter 2005 im Schaukelstuhl in Atlanta. "Ich hatte nur eine Stunde mit ihm und kam total abgehetzt, erkältet und fast ohne Stimme zum Termin", erinnert sich Badge im Gespräch mit sueddeutsche.de. "Seine Sekretärin hat mir sofort einen Tee gekocht und versucht mich zu beruhigen: "Keine Angst, er mag es nur nicht, wenn die Kamera versagt!". Aber Friedensnobelpreisträger Carter war total unkompliziert, hat sich sehr für digitale Fotografie interessiert, und wir haben über Urlaubsfotos geplaudert."

Fotos: Badge, Peter. "NOBELS - Nobel Laureates photographed by Peter Badge". Wiley-VCH, Berlin Text: Sarah Stendel

John F. Nash, Jr.

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Wer "A beautiful mind" mit Russell Crowe in der Hauptrolle gesehen hat, dem wird der Name John F. Nash, Jr. nicht unbekannt vorkommen: Der Mathematiker machte mit seiner Krankheitsgeschichte von sich reden, weil es ihm gelang, trotz akuter Schizophrenie einen Nobelpreis verliehen zu bekommen. Kurz vor dem Treffen mit Peter Badge schickte Nash ihm noch eine Email: "Er hatte die Wahrscheinlichkeit berechnet, mit der wir auf dem Weg zu seinem Zuhause im Staat New York im selben Zug sitzen würden", erinnert sich Badge. "Außerdem rief er nachts um drei Uhr am Tag vor dem Treffen bei mir an, um zu verkünden, dass es nach seiner Berechnung bei mir drei Uhr nachts sein müsste und der Termin morgen stattfinden könne."

Rita Levi-Montalcini

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Eine der wenigen Damen unter den Nobelpreisträgern ist Rita Levi-Montalcini. Die italienische Biologin wird 2009 100 Jahre alt. "Sie hat sehr anrührend über ihre Zwillingsschwester gesprochen und darüber, wie sie sich zu Beginn ihrer Karriere heimlich ein Labor im Schlafzimmer gebaut hat. Es war daher auch historisch gesehen sehr interessant, mit ihr zu sprechen", berichtet Badge.

Steven Chu

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Der amerikanische Physiknobelpreiträger Steven Chu bewies Sinn für Humor und sprang im Jahr 2000 beim Nobelpreisträgertreffen in Lindau spontan mit Peter Badge in den Bodensee. "Es herrscht akuter Physiker- und Chemiker- Mangel, und Chu gefiel die Idee, mit dem Bildband den Menschen die Wissenschaft näher zu bringen und ihren schlechten Ruf zu bekämpfen", erzählt Badge.

Johann Deisenhofer

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Mit deutschem Charme: Der Chemiker Johann Deisenhofer liess sich - ohne zu Zögern - mit Socken und Birkenstock-Latschen vor seinem Haus fotografieren. "Ich finde es großartig, wenn sich die Leute so ablichten lassen, wie sie sind", sagt Badge.

Hans Georg Dehmelt

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Ein Nobelpreisträger oben ohne: Den Physiker Hans Georg Dehmelt besuchte Badge in Seattle. "Dehmelt lag mit Sonnenhut und Badehose am Pool im Garten hinter seinem Haus", erinnert sich Badge. "Er wollte gleich wissen, warum ich unbedingt alte Männer fotografieren wolle. Als er meine Erklärung angehört hatte, meinte er nur, dann solle ich mal mein Bild machen."

Edmond Fischer

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Medizinnobelpreisträger Edmond Fischer war auf seiner Ferieninsel Lopez Island, als Peter Badge ihn traf. "Die Hunde sind Teil seines Lebens, die gehörten unbedingt mit auf das Bild", erklärt Badge. Ausserdem machte er die Erfahrung, dass die Naturwissenschaftler eng untereinander verflochten sind, denn Fischer besorgte ihm gleich den Kontakt zu diesem Herren: ....

Milton Friedmann

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Der Wirtschaftler Milton Friedmann hat Badge positiv überrascht: "Ich dachte erst, er wäre etwas trocken. Aber es wurde sehr lustig, und ich konnte ihn ganz locker auf seinem Balkon in San Francisco fotografieren."

Thomas C. Schelling

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Welche Vorteile bringt denn nun ein Nobelpreis mit sich - abgesehen von viel Ehre und Ruhm, wollte Badge wissen. Und wurde fündig bei Thomas C. Schelling: Dieser bekam mit seinem Nobelpreis für Wirtschaft gleich sein eigenes Sandwich verliehen. " Die Diskrepanz könnte ja nicht größer sein: Da bekommt einer den Nobelpreis - und prompt wird in einer Bar in Washington ein Sandwich nach ihm benannt", schmunzelt Badge - und fand es köstlich.

Aleksandr Solschenizyn

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Der russische Literaturnobelpreiträger Aleksandr Solschenizyn verstarb in diesem Jahr. 2004 hatte er sich noch von Peter Badge in Moskau fotografieren lassen. Er wirkt auf dem Portrait sehr in sich gekehrt. "Solschenizyn war der Einzige, der kein Wort mit mir gesprochen hat. Das war wirklich eine Ausnahme", berichtet Badge.

(sueddeutsche.de/rus)

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