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Fotoprojekt "Switcheroo":Ich fühle was, was du nicht fühlst

Die Idee scheint Mode zu sein: Dass Männer die Mode ihrer Freundinnen tragen - und andersherum -, ist in letzter Zeit ein beliebtes Thema junger Fotografen. Neuzugang ist die Kanadierin Hana Pesut mit ihrem Projekt "Switcheroo". Sie fotografiert Paare, die ihre äußere Hülle tauschen. Mit manch verblüffendem Ergebnis.

Von Anne Hemmes

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Fotoprojekt "Switcheroo":Mariko & Sam

Mariko Sam

Quelle: Hana Pesut

Schon mal den Pullover des Freundes angezogen? Das T-Shirt der Schwester? Kleidung stiftet Identität. Fotografin Hana Pesut zeigt in ihrem Projekt "Switcheroo", wie verschwommen die vermeintliche Grenze ist, die Kleidung markiert - besonders im Hinblick auf Geschlechterstereotype.

Die Idee scheint Mode zu sein: Dass Männer die Mode ihrer Freundinnen tragen - und andersherum -, ist in letzter Zeit ein beliebtes Thema junger Fotografen. Unter anderem hier (Männer tragen Mode, die ihre Freundinnen selbst entworfen haben) oder hier (Männer tragen Mode, die ihre Freundin sonst selbst trägt). Neuzugang ist die kanadische Fotografin Hana Pesut, die sich noch intensiver den Paaren und ihrem Austausch widmet. Sie porträtiert Familien, Freunde, hetero- oder homosexuelle Liebespaare und lässt sie die Kleidung tauschen. "Switcheroo" heißt ihr Fotoprojekt.

Pesut, 32, startete die Porträtserie 2010. "Ich war mit Freunden campen und zwei von ihnen waren sehr unterschiedlich angezogen. Eine trug Leoparden-Leggings, Batik-T-Shirt und goldbestickten Mantel, während der andere schwarze Jeans und ein schwarzes T-Shirt trug. Ich dachte, dass es spaßig wäre, wenn sie die Klamotten tauschen würden, und machte Vorher-Nachher-Fotos."

Im Bild Mariko und Sam, Freunde aus Paris

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Fotoprojekt "Switcheroo":Colleen & Les

Colleen Les

Quelle: Hana Pesut

Die Fotos werfen unter anderem die Frage auf, inwiefern Kleidung Identität konstruiert und sichtbar macht beziehungsweise verschwimmen lässt. "Hauptsächlich wollte ich lustige und interessante Portraits machen. Mir war wichtig, dass die Menschen, die ich fotografiere, Spaß daran haben."

Im Bild Colleen und Les, Pärchen aus Montreal, Kanada

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Fotoprojekt "Switcheroo":Patrick & Callan

Patrick Callan

Quelle: Hana Pesut

Auf manchen Bildern sind die Unterschiede zwischem vorher und nachher offensichtlich. Der Kleidungstausch lässt manche Personen kostümiert wirken. Bei anderen Fotos wiederum muss der Betrachter genauer hinsehen, um zu erkennen, welches Bild das Original ist.

"Manche haben sich sehr unwohl in der Kleidung des Partners gefühlt und wollten, dass ich schnell fertig bin, während andere in der Kleidung auch nach dem Fotografieren noch umhergelaufen sind", erzählt Pesut.

Im Bild Patrick und Callan, Cousins aus Los Angeles

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Fotoprojekt "Switcheroo":Leila & Azim

Leila Azim

Quelle: Hana Pesut

Insgesamt hat Hana Pesut über 200 Paare für ihr Fotoprojekt vor der Kamera gehabt. Ein Bild, das ihr besonders im Gedächtnis blieb, ist das von Leila und Azim, Vater und Tocher aus Vancouver. "Ich finde, dass die Kombination von Alters- und Stilunterschied das Foto besonders macht."

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Fotoprojekt "Switcheroo":Jeremy & Carley

Jeremy Carley

Quelle: Hana Pesut

Bei Jeremy und Carley, Ehepaar aus Vancouver wird sofort sichtbar, wem ursprünglich welche Kleidung gehörte.

Durch "Switcheroo" hat Pesut erfahren, dass das vermeintlich geschlechtertypische Verhalten mit der Kleidung getauscht wird. "Sobald Männer die Klamotten einer Frau angezogen hatten, verhielten sie sich femininer und umgekehrt", erzählt die Fotografin. "Ich habe auch bemerkt, dass Passanten, die vorbeiliefen, gar nicht innehielten, um sich die Paare anzusehen." Sie führt die Beobachtung darauf zurück, dass es inzwischen normaler geworden sei als noch vor ein oder zwei Jahrzehnten, sich als Transvestit zu kleiden.

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Fotoprojekt "Switcheroo":Daruma & Toko

Daruma Toko

Quelle: Hana Pesut

Hana Pesut ist Autodidaktin. Ihr Vater brachte ihr viel über Fotografie bei und hatte, wo immer er hinging, eine Kamera dabei. "Ich habe diese Eigenart übernommen", sagt sie. "Vor sieben Jahren habe ich ich mir eine Hasselblad-Kamera ausgeliehen und war sofort begeistert. Das war der Zeitpunkt, an dem ich anfing, die Fotografie ernsthafter zu betreiben."

Im Bild Daruma und Toko, Ehepaar, Tokio

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Fotoprojekt "Switcheroo":Amy & Joe

Amy Joe

Quelle: Hana Pesut

Die Fotografin hat aus den mehr als 200 Bildern, die sie von Paaren gemacht hat, ein Buch gemacht, das sie mit Hilfe von Crowdfunding finanziert.

Im Bild Amy & Joe, Ehepaar, Austin, USA

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Fotoprojekt "Switcheroo":Hugues & Lykke

Hugues Lykke

Quelle: Hana Pesut

Das weltweite Projekt möchte sie trotzdem weiter fortführen: "Ich würde gerne noch mehr Paare porträtieren, auch in anderen Ländern und an anderen Orten."

Im Bild Hugues & Lykke, Paar, Tokio

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Fotoprojekt "Switcheroo":Janis & Ken

Janis Ken

Quelle: Hana Pesut

Hana Pesut hat den Paaren nie eine Pose vorgegeben. Auch die Orte haben die meisten Paare selbst ausgesucht. Der Fotografin war wichtig, dass sie sich dort wohlfühlen, wie bei Janis und Ken, einem Ehepaar aus Vancouver in Kanada.

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Fotoprojekt "Switcheroo":Elliot & Reya

Elliot Reya Switcheroo

Quelle: Hana Pesut

Beim Betrachten der Bilder stellt sich die Frage, inwiefern Kleidung die Emotionen beeinflusst, wie sich derjenige, der sie trägt, fühlt und gibt. Bei manchen Kleidertauschen aus "Switcheroo" demonstriert die Pose der Person bereits eine veränderte Attittüde.

Im Bild Elliot und Reya, Freunde, Kauai, USA

© SZ.de/pak/rus
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