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Fotoprojekt "Day to Night":Tage wie Augenblicke

In seiner Serie "Day to Night" packt Fotograf Stephen Wilkes ganze Tage und Nächte in einzelne Aufnahmen. Damit will er "an die Grenzen dessen gehen, was ein Foto sein kann". Die Bilder von New York bis Jerusalem.

Von Irene Helmes

11 Bilder

New York Day to Night

Quelle: Stephen Wilkes

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In seiner Serie "Day to Night" packt Fotograf Stephen Wilkes ganze Tage und Nächte in einzelne Aufnahmen. Damit will er "an die Grenzen dessen gehen, was ein Foto sein kann". Die Bilder von New York bis Jerusalem.

Angefangen hat es mit der Kino-Pop-Oper "Romeo + Juliet" von Baz Luhrmann. Damals, 1996, montierte der Fotograf Stephen Wilkes für das Magazin Life ein Bild des Starensembles aus mehreren Einzelaufnahmen zusammen. Seither hat Wilkes aus dieser Idee ein Projekt entwickelt, das nichts weniger versucht, als den Lauf der Zeit auf einen Blick erfahrbar zu machen.

Central Park, New York, USA

New York Day to Night

Quelle: Stephen Wilkes

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Bis zu 15 Stunden am Stück fotografiert Wilkes von einer einzigen Stelle aus immer und immer wieder einen Ort in einer Stadt. Aus der Fülle dieses Materials wählt er später einzelne Aufnahmen aus und blendet diese mit einer ausgeklügelten Methode digital übereinander, bis sie schließlich wie aus einem Guss scheinen.

Das "Flat Iron"-Hochhaus in New York, USA, aufgenommen am 11. September 2010, mit den "Towers of Light" rechts im Hintergrund

New York Day to Night

Quelle: Stephen Wilkes

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"Das Element der Zeit verbindet alle Aspekte dieses Projekts", sagt Wilkes, das gelte vom Fotografieren über die Bearbeitung bis zur Post-Produktion. Es dauert mehrere Monate, bis eine Aufnahme fertiggestellt ist.

Times Square, New York, USA

"Day to Night" Projekt des Fotografen Stephen Wilkes - High Line

Quelle: Stephen Wilkes

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2009 erschien dieses erste Bild der Serie, die so schlicht wie treffend "Day to Night" heißt. Es zeigt einen Abschnitt der "High Line" in Manhattan auf Höhe der Tenth Avenue.

New York Day to Night

Quelle: Stephen Wilkes

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"Jede Location bringt ihre eigenen Herausforderungen", erklärt Wilkes, die wichtigen Faktoren seien die Perspektive, der Maßstab und die Möglichkeit, im Vordergrund eine Art Geschichte zu erzählen.

Union Square in New York, USA

New York Day to Night

Quelle: Stephen Wilkes

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Auf die Frage nach einem Lieblingsmotiv kommt die Antwort, die Künstler gerne geben: Das sei, wie nach dem Lieblingskind zu fragen. Von seinem Ursprungsmotiv New York hat sich Wilkes konsequenterweise längst gelöst.

Neben Bildern von Manhattan, Coney Island und anderen Stadtteilen der US-Metropole hat der Amerikaner inzwischen ...

Der Strand von Coney Island, New York, USA

New York Day to Night

Quelle: Stephen Wilkes

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... auch andere Großstädte der USA auf seine ganz eigene Weise abgebildet - ob die weltberühmte Segelregatta America's Cup in der Bucht von San Francisco, oder ...

New York Day to Night

Quelle: Stephen Wilkes

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... das Wechselspiel von Licht und Schatten samt abendlichem Feuerwerk über dem Millennium Park in Chicago.

New York Day to Night

Quelle: Stephen Wilkes

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Und auch berühmte Orte außerhalb der USA zeigt Wilkes inzwischen.

Inspiration für Wilkes sind etwa David Hockneys "Camera Works"-Serie, die ihn nach eigener Aussage auf die Idee für die "Romeo + Juliet"-Aufnahme brachte, oder die Maler-Altmeister Pieter Bruegel und Hieronymus Bosch.

Die Klagemauer in Jerusalem, Israel

New York Day to Night

Quelle: Stephen Wilkes

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21 Aufnahmen zählt die "Day to Night"-Serie nun Anfang 2014, und es sollen noch viele folgen. Zwar gehören auch ganz andere Serien zu Wilkes Palette - darunter "Burned Objects" (Abbildungen von bis zur Unkenntlichkeit verbrannten Gegenständen) und "China Factories" über den Alltag von Industriearbeitern.

Shanghai, China

New York Day to Night

Quelle: Stephen Wilkes

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Sein Fokus, so sagt Wilkes, liege aber weiter auf "Day to Night". Damit will er weiter "an die Grenzen dessen gehen, was eine Fotografie sein kann".

Pont de la Tournelle, Paris (eine der jüngsten Aufnahmen der Serie)

Linktipp: In diesem "Behind the scenes"-Video hat sich Stephen Wilkes vom US-Sender CBS über die Schulter blicken lassen und zeigt, wie er unzählige Details zu einem einzigartigen Puzzle zusammenführt.

© SZ.de/mkoh

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