Wenn man Martin Parr fragte, wie er selbst seinen Stil beschreiben würde, sagte er: „Ich mache ernsthafte Fotografien, die als Unterhaltung getarnt sind“. Unterhaltsam waren sie zweifellos, die eisverschmierten Kinder und die Fritten stehlenden Möwen, die alten Ladies im Friseursalon und die sich auf nacktem Beton sonnenden Working Class Girls. Parr machte gerne Urlaubsbilder. Das hieß bei ihm: Bilder von Menschen, die Urlaub machen. Chinesische Touristen vor der Akropolis in Athen, taubenbedeckte Knipser auf dem Markusplatz in Venedig, junge Familien am Strand von Blackpool, Brighton und Benidorm.
NachrufVor seiner Linse waren alle gleich
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Der britische Fotograf Martin Parr wurde mit knallbunten Fotografien von Menschen beim Urlaub machen berühmt. Sein Blick war auf alle Schichten derselbe: schonungslos, aber nie bösartig. Jetzt ist er im Alter von 73 Jahren gestorben.
Von Alexander Menden
