FotografieBilder für die Ewigkeit

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Wie gehe ich vor, was will ich sagen? Diese Fragen solle man sich stellen, bevor man ein Fotobuch anlegt.
Wie gehe ich vor, was will ich sagen? Diese Fragen solle man sich stellen, bevor man ein Fotobuch anlegt.
Sinenkiy/Getty Images
  • Der Absatz von Fotobüchern in Deutschland stieg von 1,5 Millionen im Jahr 2007 auf neun Millionen 2020.
  • KI-Technik erstellt heute automatisch Layouts, wählt Bilder aus und verbessert sogar unscharfe Fotos für Fotobücher.
  • Fotohistoriker Hans-Michael Koetzle rät, der KI nicht die Autorschaft zu überlassen und ein persönliches Konzept zu entwickeln.
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Sommerzeit ist Fotozeit. Immer mehr Menschen erstellen ihre eigenen Fotobücher und konservieren ihre Erinnerungen. Der Weg dahin ist einfach, doch wann werden sie richtig gut?

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Wer früher in den Urlaub fuhr und mit der klobigen Spiegelreflexkamera fotografierte, hatte meist bis weit in den Herbst hinein mit dem Album der Sommerreise zu tun. Wenn die Filme endlich entwickelt waren, die guten von den schlechten Bildern geschieden, begann das mühselige Einkleben, wofür es Fotoecken gab. Wehe, man verkantete dabei. Oder man schrieb das spanische Fischerörtchen falsch. Dann musste man noch einmal von vorn anfangen. Doch die Erinnerung wurde beim Durchblättern der raschelnden Pergaminseiten wieder lebendig.

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Keine Fotoecken, kein Filzstift mehr, ja nicht einmal mehr ein Aussondern von guten und schlechten Bildern

Seit Jahren erlebt die Branche einen Aufschwung. Nach einer Erhebung stieg der Absatz von 1,5 Millionen individuell erstellten Fotobüchern in Deutschland im Jahr 2007 auf neun Millionen Stück 2020. Im vergangenen Jahr druckte allein der große Anbieter Cewe mehr als sechs Millionen Fotobücher, das Oldenburger Unternehmen konnte den Absatz im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr sogar noch einmal steigern, wie es jetzt bekannt gab.

Fotobücher boomen, und ein Grund dafür ist die simple Technik. Keine Fotoecken, kein Filzstift mehr, ja nicht einmal mehr ein Aussondern von guten und schlechten Bildern. Die KI erstellt das Layout, sucht die Bilder aus, wählt den Ausschnitt, merzt Dubletten aus und macht sogar aus einem unscharfen Bild ein scharfes. In wenigen Augenblicken liegen die Erinnerungen an den Sommerurlaub 2026 druckfertig vor. Die Ergebnisse sind technisch weit besser als die alten Fotobücher. Sind sie aber auch ästhetisch überwältigend?

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Hans-Michael Koetzle ist einer der bekanntesten Fotohistoriker in Deutschland; er publiziert seit Jahrzehnten und ist Juror beim Deutschen Fotobuchpreis. KI allein garantiere kein gutes Ergebnis, sagt er, im Gegenteil: Wer ein gutes Fotobuch erstellen wolle, solle der KI nicht „die Autorschaft überlassen“. Was man brauche, sei zuerst eine Idee und ein Konzept für das, was man überhaupt fotografieren wolle. „Wie gehe ich vor, was will ich sagen?“ Diese Fragen solle man sich stellen und dann „selektiv wahrnehmen“. Für ein gutes Fotobuch müsse man nicht exotische Orte bereisen. Themen gebe es überall. Zentral aber:  Ein Fotobuch müsse „ein persönliches Statement“ sein. Nur dann könne es „im Idealfall“ gut werden.

Wichtiger als der Grad der Kunstfertigkeit dürfte für viele aber sein, dass überhaupt ein Fotobuch vorliegt. Denn verglichen mit Datensammlungen, die in Geräten oder Clouds lagern, haben sie die weit größere Chance zu bleiben. Sie können ohne Passwörter und nötige Software-Updates über Generationen weitergereicht werden und die Erinnerung an das auslösen, was manchmal in der Rückschau noch schöner wird: das Vergangene.

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