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Fortsetzungen in der Filmindustrie:Plüsch bringt zusätzliche Millionen

Was sie noch gelernt haben in Hollywood: Das Ergebnis des Startwochenendes in den Vereinigten Staaten mag nach wie vor bedeutsam für schicke Ranglisten in US-Zeitungen sein, für die Bewertung von finanziellem Erfolg oder Misserfolg braucht es vor allem die Zahlen aus anderen Ländern.

"After Earth" schaffte dann doch noch, auch aufgrund einer ausgedehnten Will-Smith-Werbetour, weltweit 244 Millionen Dollar Umsatz, "The Lone Ranger" gar 260 Millionen. Dazu kommen bei manchen Filmen noch die Erlöse aus Merchandising-Artikeln wie etwa beim Animationsfilm "Frozen".

Zu den 1,1 Milliarden an der Kinokasse kamen noch einmal Einnahmen von 150 Millionen aus dem Verkauf lizenzierter Artikel. Und auch bei der bislang finanziell enttäuschenden Muppets-Fortsetzung "Muppets Most Wanted" freut sich Disney noch über Geld aus dem Verkauf von Plüsch-Kermits.

Figuren und Grundgeschichte sind bekannt, für eine erfolgreiche Vermarktung braucht es deshalb neue Hauptdarsteller (Andrew Garfield als Spiderman, Mark Wahlberg in "Transformers" und Bryan Cranston in "Godzilla"), faszinierende Antagonisten (William Fichtner in "Godzilla", Ian McKellan in "X-Men") sowie die Aussicht auf bahnbrechende Spezialeffekte.

"The Expendables 3" zeigt diesen Dreiklang der erfolgreichen Blockbuster-Vermarktung eindrucksvoll: Sylvester Stallone hat Arnold Schwarzenegger, Harrison Ford und Wesley Snipes rekrutiert, den Bösewicht gibt Mel Gibson - der Trailer verrät, dass sich Explosionen und Macho-Sprüche punktgenau die Waage halten.

Blockbuster-Fans sollten 2015 mindestens bis sieben zählen können

Die Gründe für ein Fortführen der Blockbuster-Kultur mögen zunächst finanzielle sein, weshalb sich Regisseure wie Steven Spielberg und Steven Soderbergh bereits heftig über den Einheitsbrei beschwert haben, der da auf der großen Leinwand zu sehen ist.

Allerdings sorgen die verlässlichen Einnahmen aus diesen Zeltstangen-Filmen auch dafür, dass die Studios in interessante Nischenproduktionen investieren können. Auch die gibt es in diesem Sommer, "The Fault in Our Stars" etwa, "Million Dollar Arm" oder "The Immigrant".

Die Blockbuster-Sommer hat begonnen, natürlich werden die Produzenten daraus lernen. Sollte er erfolgreich weitergehen, dann wird es auch in den kommenden Jahren immer mehr vom Gleichen geben.

Hollywood macht in der Zukunft stets weiter mit dem, was in der Gegenwart für Profit sorgt. Darüber entscheiden jedoch nicht sie selbst, sondern - und das ist die Lehre für alle Zuschauer - allein jene Menschen, die sich an der Kinokasse aussuchen, für welchen Film sie ihr Geld ausgeben. Die Fans von Popcorn-Kino übrigens müssen 2015 mindestens bis sieben zählen können: Dann kommen "Fast & Furious 7" und "Star Wars: Episode VII" in die Kinos.