bedeckt München 20°

Flughafen Berlin-Brandenburg:Willkommen in der Vergangenheit

Die kolossalen Säulenordnungen reichen über zwei Stockwerke - was vor allem daran liegt, dass die Grenzkontrollen getrennt wurden.

(Foto: Marcus Bredt/gmp)

Nussbaumholz, Muschelkalk und überall Säulen: Das Drama um den Flughafen Berlin-Brandenburg scheint tatsächlich endlich ein Ende zu finden. Die Frage ist nur, was für eins. Ein Besuch im Terminal 1.

Von Peter Richter

"Fertig ist besser als gut" ist einerseits eine Weisheit, die fast jeder einmal zu hören bekommt, der zu lange an einem Projekt herumwerkelt. Bei dem Projekt, einen gemeinsamen Großflughafen für Berlin und Brandenburg zu bauen, ging andererseits sogar dieser Motivationsspruch zielgenau nach hinten los: Als der erste Termin einer Eröffnung 2012 an technischen Mängeln gescheitert war, sei danach bei jedem Versuch, den Bau zügig irgendwie doch noch fertig zu kriegen, alles immer nur noch schlimmer geworden, klagt Engelbert Lütke-Daldrup, der Geschäftsführer dieses Unternehmens, über die Aktivitäten seiner Vorgänger. Als er schließlich den Job übernahm, habe er den Politikern in Berlin und Potsdam deshalb gesagt, dass der Flughafen, wenn er jemals fertig soll, noch viel mehr Zeit und noch viel mehr Geld kosten werde. Das war 2017. Eine Schilderung dessen, was da alles schief gegangen war, wuchs sich in demselben Jahr zur längsten Geschichte aus, die der Der Spiegel je gedruckt hat und kann hier deshalb nicht einmal gerafft wiedergegeben werden. In Erinnerung blieb nicht zuletzt, dass auf der Baustelle regelrecht Archäologie betrieben werden musste wie in einer pharaonischen Grabanlage, um zu rekonstruieren, welches Ziel vergessene Kabelschächte hatten und was sich hinter rätselhaften Wänden verbarg.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Neunkirchen: Beschreibung im Original
Innenstädte
Die Wüste lebt
Juli Zeh, Lanzarote 2018
Achtung: Pressebilder Luchterhand Verlag, nur zur einmaligen Verwendung am 04.04.2020!
Juli Zeh zur Corona-Krise
"Die Bestrafungstaktik ist bedenklich"
Museumsinsel Deutschland, Berlin, 08.08.2019, Nationalgalerie, am Abend, Reiterstandbild Friedrich Wilhelm IV. auf der
Vandalismus in Berliner Museen
Schmiere auf dem Sarkophag
Men is calculating the cost of the bill. She is pressing the calculator.; Soforthilfe
Corona-Soforthilfe
"Zugegeben, da habe ich recht großzügig gerechnet"
frau
US-Psychologe im Interview
"Bei Liebeskummer ist Hoffnung nicht hilfreich"
Zur SZ-Startseite