Süddeutsche Zeitung

Kinderbuch:Vergessene Kinder

Unter den 7000 Flüchtlingen, die im Lager Kara Tepe festgehalten werden, sind 3000 Kinder.

Von Roswitha Budeus-Budde

Wir sind doch Kinder! Wir wollen zur Schule! Warum tut man uns dann an? fragt das syrische Mädchen Raghad die Autorin Alea Horst, die sie im Flüchtlingslager Kara Tepe auf Lesbos trifft. Unter den 7 000 Menschen aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und Iran, die hier notdürftig untergebracht und durch europäische Bürokratie festgehalten werden, sind 3000 Kinder, mit wenig Hoffnung und Aussicht, auf eine bessere Zukunft. Alea Horst hat dieses Lager im Februar 2021 besucht und einige von ihnen fotografiert, ihre Lebensgeschichte erfahren, ihre Traumata erkannt. Das Elend erlebt, während des langen Wartens auf einen positiven Asylbescheid, das manchmal Jahre dauert und auch die Angst, wieder in die Heimatländer zurück geschickt zu werden. "Immer wenn ich von dort weggehe, denke ich, Schlimmer kann es nicht werden. Aber immer liege ich falsch", schreibt die Autorin, die inzwischen einen Hilfsverein gegründet hat.

Alea Horst: Manchmal mal ich ein Haus für uns. Europas vergessene Kinder. Mit Vignetten von Mehrdad Zaeri. Klett Kinderbuch 2022. 80 S, 16 Euro.

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