Thomas MannDer große Zauderer

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Pässe laufen aus, Anträge werden gestellt, eine Brille wird verloren: Thomas Mann um 1930.
Pässe laufen aus, Anträge werden gestellt, eine Brille wird verloren: Thomas Mann um 1930. Imago/Everett Collection

Florian Illies erzählt das Leben der Manns im sagenumwobenen Exilort Sanary-sur-Mer an der Côte d’Azur. Im Präsens und ohne Quellenangaben. Ist das noch Geschichtsschreibung oder doch schon reine Fiktion?

Von Lothar Müller

Auf den ersten Blick sehen Zeitleisten nüchtern und unspektakulär aus. Aber sobald jemand den Geist des Vermischten, des fait divers und der Rubrik „Aus aller Welt“ in sie hineinfahren lässt, werden sie quicklebendig. Der Varietédirektor schwingt die Peitsche und lässt unter dem Datum, das er aufgeblättert hat, lauter Ereignisse vorbeidefilieren, die an weit auseinanderliegenden Orten gleichzeitig geschehen. Der zwölfjährige Louis Armstrong begrüßt in der Minute nach Mitternacht das neue Jahr 1913 mit einem Revolverschuss. Zuvor hat in Prag Franz Kafka an Felice Bauer über den Mitternachtsschuss geschrieben. Wenig später küssen sich die preußische Kronprinzessin Viktoria Luise und Ernst August von Hannover zum ersten Mal.

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:„Wir leben in einem Zeitalter des Opportunismus“

Der 95-jährige Journalist und Autor Paul Lendvai erzählt in dem schmalen Buch „Wer bin ich?“ sein Jahrhundertleben: Ein Gespräch über die Zerbrechlichkeit der Freiheit und darüber, warum er bislang nie offen über seine jüdische Identität geredet hat.

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