Filmtipp des Tages Was Brecht ist, kommt wieder

In seinem Biopic "Brecht" vermischt Heinrich Breloer Spielszenen mit dokumentarischen Aufnahmen - und gewährt damit auch Einblicke in das Privatleben des Dichters

"Ich bin der Nächste", behauptet der junge Mann einmal, da posiert er unter einem Goethe-Denkmal. Kleiner ging es eben nicht für den Augsburger Gymnasiasten Eugen Berthold Friedrich Brecht; größer sollte neben ihm auch keiner werden. Stücke wie "Der kaukasische Kreidekreis" oder "Mutter Courage und ihre Kinder" haben Bertolt Brecht groß gemacht, sehr groß sogar - er gilt als der meistgespielte deutsche Dramatiker des 20. Jahrhunderts. "Ich bin der Nächste", könnte auch Tom Schilling sagen, der den jungen Brecht spielt (rechts neben Leonie Benesch als Sekretärin). Erst vor einem halben Jahr war sein Kollege Lars Eidinger in der Brecht-Rolle zu sehen: "Mackie Messer - Brechts Dreigroschenfilm" eröffnete das Filmfest München und lief später erfolgreich in den Kinos. "Brecht" dagegen hatte Premiere auf der Berlinale und wird im März im Fernsehen ausgestrahlt - zuvor ist er kurze Zeit im Kino zu sehen. Regie bei diesem 180 Minuten langen Biopic führte Heinrich Breloer; wie in den meisten seiner Arbeiten vermischt er Spielszenen mit dokumentarischen Aufnahmen. Es ist ein privater Blick auf den Dichter, vor allem seine zahlreichen Frauengeschichten werden ausgiebig abgehandelt. Die Jahre im Exil spart Breloer aus; den Nachkriegs-Brecht spielt auch ein anderer: Burghart Klaußner ist der Nächste. Bei der Vorstellung an diesem Samstag wird der Regisseur Heinrich Breloer persönlich im City-Kino erwartet.

Brecht, D 2019, Regie: Heinrich Breloer, Samstag, 16. Februar, 15 Uhr, Sonntag, 17. Februar, 11 und 15.15 Uhr, weitere Spielzeiten bis Mittwoch, City Kino, Sonnenstr. 12, t 59 19 83