Süddeutsche Zeitung

Filmtipp des Tages:Reise durch eine tibetische Wüste

Der Rio Filmpalast zeigt das Abenteuerdrama "Seventy Seven Days"

Was fällt einem ein, wenn man an einen Abenteuerfilm denkt? Etwa eine klassische Heldenreise von einem Protagonisten, der sich dem Bösen stellt, viele Helferfiguren, ungezählte Begegnungen und abrupte Schauplatzwechsel. Im Abenteuerdrama "Seventy Seven Days" ist es anders. Der Abenteurer Yang, der vom Regisseur und Drehbuchautor Zhao Hantang gespielt wird, erlebt nun ausschließlich zwei bedeutsame Begegnungen auf seinem Weg: die mit Lan Tian (Jiang Yiyan), der Fotografin im Rollstuhl, sowie die mit der Natur. Und zwar nicht mit den typischen Landschaften Chinas, wie Reisfelder, ruhige Waldgebiete oder alte Tempel. In 77 Tagen durchquert der Hauptdarsteller die Qiangtang-Wüste in Tibet. Der taiwanesische Kameramann Ping Bin Lee nimmt die Zuschauer mit auf diese Reise und zeigt atemberaubende Berglandschaften und unwirkliche blaue Himmel. Was dafür sorgt, dass der Handlungsort zum einen die Hauptrolle beinahe übernimmt und man sich zum anderen wie in einer fremden Welt fühlt.

Seventy Seven Days (OmeU); Regie: Zhao Hantang, So, 7. Okt., 14 Uhr, Rio Filmpalast, Rosenheimer Str. 46, t 48 69 79

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SZ vom 06.10.2018 / anng
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