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Filmtipp des Tages:Nachwuchs-Thriller

Science-Fiction-Verwirrspiel um ein junges Paar, das in einer Reihenhaussiedlung gefangen ist

Moment mal, sind das nicht Jesse Eisenberg und Imogen Poots, die sich erst kürzlich in der Selbstverteidigungskomödie "The Art Of Self-Defense" Seite an Seite durchs Leben schlagen mussten? Das durchaus brutale Independent-Werk eröffnete im Sommer das 37. Filmfest München, und auch beim derzeit laufenden Fantasy-Filmfest kommen die beiden Schauspieler gemeinsam groß heraus: In dem Science-Fiction-Thriller "Vivarium" des irischen Newcomers Lorcan Finnegan spielen Eisenberg und Poots ein junges Paar mit ernsten Absichten. Ein eigentümlicher Makler begeistert sie für eine Wohnanlage namens Yonder, wo ein Haus dem anderen gleicht, und wo sie sich bald über viele weitere Dinge wundern. Zunächst finden sie den Weg nicht mehr heraus, dann werden sie mit einem Baby konfrontiert, um das sie sich kümmern sollen. Das Kind wächst schnell, seine Anatomie wirkt nicht gerade menschlich, und das Paar schlittert immer mehr in einen Albtraum aus Hass, Krankheit, Tod und Trauer. So wird Yonder zum Symbol für Wahnsinn und Mystery, weshalb der Film schon mal als Mischung aus "The Twilight Zone" und "The Truman Show" bezeichnet wird. Dass der titelgebende Begriff Vivarium eine Tierhaltungsanlage bedeutet, dürfte den Thrill nur noch erhöhen. "Vivarium" hatte seine Premiere in Cannes, seitdem wird er auf diversen Festivals in aller Welt gezeigt. An diesem Dienstag darf man sich in München auf hohem Niveau gruseln.

Vivarium, Irland/Belgien/Dänemark 2019, Regie: Lorcan Finnegan, engl. OV, Di., 17. Sep., 14 Uhr, Cinema, Nymphenburger Str. 31, t 55 52 55