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Filmtipp des Tages:Eine runde Fiktion

Zuerst sollte es ein Dokumentarfilm werden, dann machte Regisseur Roman Bondarchuk aus dem skurrilen Stoff über die Begegnung mit einem ukrainischen Eigenbrödler einen Spielfilm

In der südlichen Ukraine, mitten in einer surreal erscheinenden Landschaft, ist eine Arbeitsgruppe auf OSZE-Mission Als sie eine Autopanne haben, versucht Übersetzer Lukas (Serhiy Stepansky), Hilfe zu holen. Doch als er erfolglos zurückkehrt, sind Fahrzeug und Kollegen weg. In dieser Einöde lernt er den Einheimischen Vova (Viktor Zhdanov) kennen. Der erfinderischen Eigenbrötler steckt voller absurden Ideen, hat einen Garten mit vielen Badewannen, macht Lukas auf die Magie des Alltäglichen aufmerksam und möchte ihn zu seinem Businesspartner machen, da er lauter absurde Geschäftsideen entwickelt. Lukas, verwirrt genug von Vova und der mysteriösen Gegend, verliebt sich in Vovas Tochter Marushka (Khrystyna Deilyk). Der Regisseur Roman Bondarchuk entwickelte die Idee zu diesem Film , als er den Onkel seiner Freundin kennenlernte. Dieser war in der Sowjetunion ein wichtiger Geschäftsmann, bis er nach dem Regimeende arbeitslos wurde und mit verrückten Ideen seiner postsowjetischen Bedeutungslosigkeit entkommen wollte: deutsche Bomben mit Metalldetektoren aufspüren und sie an die Deutschen zurückschicken. Was als Dokumentarfilm begann, wandelte sich in Bondarchuks Spielfilmdebüt.

Vulkan, Ukraine/Deutschland 2018, OmU, Mo., 21. Okt., 18 Uhr, Werkstattkino, Fraunhoferstr. 9