Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki

Ein Boxerfilm, der eigentlich ein Film über die Liebe ist: Regisseur Juho Kuosmanen tastet sich mit körnigen Schwarz-Weiß-Bildern und leisem Humor durch die wahre Geschichte des titelgebenden finnischen Leichtgewichtboxers, der sich 1962 auf einen Weltmeisterkampf vorbereitet: Olli ist weder Haudrauf-Typ, noch kauziger Lakoniker (wie man ihn in einem finnischen Film vermutet), sondern ein scheuer und noch dazu frischverliebter Optimist, der mit viel Ruhe durch den Film trägt.
Feuerwehrmann Sam - Achtung Außerirdische!

Als ein Junge eine fliegende Untertasse sieht und kurz darauf ein Alien-Forscher in Pontypandy auftaucht, sind die Bewohner des Ortes im UFO-Fieber und auf der Suche nach Außerirdischen. Nur Feuerwehrmann Sam zweifelt an die Ankunft grüner Männchen. Der zweite Kinofilm von Gary Andrews ist wie der Vorgängerfilm und die Serie, auf die er basiert, etwas lieblos animiert. Kinder ab drei Jahren werden trotzdem ihren Spaß an Sam, seiner neuen Rettungsausrüstung und seiner Freunde haben.
The Happy Film

Am Anfang steht eine Warnung: "Dieser Film wird Sie nicht glücklich machen". Der erfolgreiche Grafikdesigner Stefan Sagmeister versucht unter wissenschaftlicher Anleitung herauszufinden, wie man glücklich wird. Weil das ein bisschen viel ist für einen einzelnen Dokumentarfilm, beschränkt sich Sagmeister bei dieser Suche auf sein eigenes: Er probiert Meditation, Psychotherapie und Medikamente - alles ganz nett, aber am Ende landet er immer wieder bei der Liebe als großer Quelle und zugleich Zerstörerin des Glücks. Eine berührende Nabelschau, die, wie bei einem Grafikdesigner kaum anders zu erwarten, richtig gut aussieht.
Ein Haus in Ninh Hoa

Eine Familiengeschichte aus dem Süden Vietnams, erzählt von Nguyen Phuong-Dan und Philip Widmann. Nicht alle Mitglieder der Familie Le leben im Haus am Rand der Stadt Ninh Hoa, einer der Brüder ging in den Siebzigern als Diplomat nach Bonn und dort geblieben. Seine Kinder kommen, um die Familiengeschichte zu und das "Palmenhaus", das sie ihren Eltern gebaut hatten durchstöbern. Der Wind rauscht in den Bäumen, die Hähne krähen den ganzen Tag, die Zeiten überlagern sich wie im Kino des Thailänders Apichatpong Weerasethakul, und über ein Medium soll Kontakt gesucht werden mit dem im Krieg vermissten Onkel.
Passengers

Jennifer Lawrence und Chris Pratt sind auf einem Raumschiff gestrandet, das sein Ziel erst in Jahrzehnten erreichen wird, weshalb sie sich die Zeit mit einer Liebelei vertreiben. Die erste Hälfte dieses Films von Morten Tyldum ist derbe Science Fiction mit gefährlichen Spielchen in der Schwerelosigkeit. Die zweite Hälfte wirkt wie der hilflose Versuch, "Titanic" im Weltraum nachzuspielen.
Plötzlich Papa!

Alles sehr bunt und knallig im Überdreht-Modus französischer Komödien. Omar Sy, Star aus "Ziemlich beste Freunde", als Hallodri-Weiberheld Samuel, der sich in einen alleinerziehenden Super-Papa verwandeln darf. Hugo Gélins Remake eines mexikanischen Kinohits hat hübsche Vater-Tochter-Momente, kommt aber als derartiger Verhau an Rührseligkeiten und Möchte-gern-Ernsthaftigkeit daher, dass der Witz rasch wieder verfliegt.
Die Taschendiebin

Regisseur Park Chan-wook erzählt ein Liebesabenteuer und nimmt alles hinzu, was man für skandalöses Vergnügen braucht: Sex, Intrigen, ein prächtiges Setting. Sein Film spielt im Korea der 1930er Jahre. Ein Hochstapler plant, eine adlige Erbin zu heiraten und bringt eine falsche Zofe bei ihr unter, die für ihn spionieren soll. Die zwei Frauen allerdings sind so unberechenbar wie die ganze Geschichte, in der jede Fassade eine Lüge ist, und jedes Gefühl ein Sturm.