bedeckt München 14°

Filmstarts der Woche:Welche Kinofilme sich lohnen und welche nicht

Eine gelangweilte Galeristin bekommt von ihrem Exmann ein Romanmanuskript geschenkt - in dem er eine Gewaltorgie beschreibt. Eine Drohung? Die Kinostarts der Woche.

Von den SZ-Filmkritikern

1 / 7

Allied - Vertraute Fremde

Allied Robert Zemeckis

Quelle: Daniel Smith

Ein Melodram, ein Agentenfilm vor Weltkriegs- und Wüstenkulisse, vor allem aber herrlich altmodisches Starkino mit Marion Cotillard und Brad Pitt. Es beginnt in Casablanca: Er ist ein kanadischer Offizier, der ein Attenat auf den Nazi-Botschafter verüben soll, sie seine Helferin aus der französischen Résistance. Zur Tarnung spielen sie ein Ehepaar und werden dann wirklich eins, in London - wo sie allerdings in Verdacht gerät, eine Doppelagentin zu sein. Regisseur Robert Zemeckis glaubt so bedingungslos an das Charisma seiner Darsteller, dass man ihm willig folgt.

Tobias Kniebe

2 / 7

Gemeinsam wohnt man besser

-

Quelle: © SND

Ein Witwer (André Dussollier) mit einer großen Pariser Wohnung lässt sich von einer Studentin überreden, sein Appartement zu einer Wohngemeinschaft umzumodeln. François Desagnats Film ist ein lauer Aufguss des alten französischen Komödienrezepts: Man nehme eine Handvoll Bourgeoiser, werfe sie in einen Raum, lasse Spinnen und Schlangen auf sie los, rufe den Kammerjäger und öffne zum Schluss eine Flasche Wein. Santé

Philipp Stadelmaier

3 / 7

Nocturnal Animals

Nocturnal Animals Tom Ford Amy Adams

Quelle: Merrick Morton; © Focus Features, LLC.

Modedesigner Tom Ford hat seinen zweiten Spielfilm als Hommage an den erotischen Kinomystizismus von David Lynch angelegt. Eine gelangweilte Galeristin (Amy Adams) bekommt von ihrem Ex-Mann (Jake Gyllenhaal) ein Romanmanuskript geschickt. Darin beschreibt er eine Gewaltorgie, die sie per Kopfkino auf ihr eigenes Leben überträgt. Als Lynch-Imitation makellos, als eigenständiges Kunstwerk eher beschränkt euphorisierend.

David Steinitz

4 / 7

Eine schöne Bescherung

-

Quelle: © Alexander Kallas

Familienweihnacht kann ganz schön kompliziert sein. Der Sohn lädt in sein neues Haus ein, wo er in einer Dreier-Ehe mit seinem Gefährten lebt und einer jungen Frau, die ist hochschwanger. Das Haus ist ein glitzernder Märchenwald, noch voller Gerümpel des Vorbesitzers. Die versammelten Familien kämpfen tapfer mit den Vorstellungen einer neuen Gesellschaft, in der das Schwulsein noch eins der kleineren Probleme ist - denn die drei wollen partout nicht rausrücken damit, von wem der Samen ist. Helena Bergström ist als Schauspielerin aus den wilden Filmen ihres Mannes Colin Nutley bekannt, hier widmet sie sich liebevoll Menschen, die sich eine Fanny-und-Alexander-Weihnacht wünschen und dann mit einer vollen Portion Ingmar bergman bedient werden.

Fritz Göttler

5 / 7

Vaiana

-

Quelle: © The Walt Disney Company France

Woran erkennt man eine Disney-Prinzessin? "Sie trägt ein Kleid, singt viel und spricht mit Tieren", wie Halbgott Maori im neuen Disney-Film Vaiana aufklärt. Es ist damit ein weiterer Disney-Film der jüngeren Zeit, in dem die Heldin das Wort "Prinzessin" als Beleidigung auffasst; immerhin ist sie (viel besser!) die Tochter des Chiefs und will ihre Insel retten. Darin sind John Musker und Ron Clements fortschrittlich, ja, beinahe selbstironisch für Disney-Verhältnisse. Gesungen wird natürlich trotzdem.

Juliane Liebert

6 / 7

Vier gegen die Bank

Matthias Schweighöfer Til Schweiger Wolfgang Petersen

Quelle: www.stephan-rabold.com; © 2016 Warner Bros.

Blockbuster-Regisseur Wolfgang Petersen dreht mal wieder in Deutschland. Und wenn er pfeift, stehen sie alle auf der Matte: Till Schweiger, Jan Josef Liefers, Matthias Schweighöfer und Michael "Bully" Herbig spielen die Hauptrollen in einer Bankräuber-Komödie, die sich so viel Mühe gibt, bloß ja nichts falsch zu machen, dass man am liebsten ein paar ermutigende Worte ins Kinodunkel murmeln möchte.

Philipp Bovermann

7 / 7

Assassin's Creed

assassin's creed Michael Fassbender

Quelle: 278021001962; © 20th Century Fox

Justin Kurzel hat das Videospiel gleichen Namens verfilmt, mit seinem ´Macbeth`-Paar in den Hauptrollen, Michael Fassbender und Marion Cotillard. Fassbender spielt Callum Lynch, einen Kriminellen, dem die Wissenschaftlerin Cotillard die Erinnerung an einen Urahnen zu entlocken versucht, der gegen den Templerorden gekämpft hat. Der Plot ist zwar reichlich unübersichtlich geraten, aber soviel Spaß wie ein Computerspiel macht der Film allemal - und er sieht viel besser aus.

Susan Vahabzadeh

© SZ.de/alpi/pak
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema