Eine gefangene Frau

Ein ungarischer Dokumentarfilm, dessen Geschichte sich kein Drehbuchautor besser ausdenken könnte. Marish ist 52 Jahre alt, sieht aber aus wie 70: das Gesicht in Falten, der Mund zahnlos. Als moderne Sklavin lebt sie bei einer kleinkriminellen Familie, die sie demütigt und schlägt. Nebenbei schuftet sie täglich zwölf Stunden in einer Fabrik. Regisseurin Bernadett Tuza-Ritter kommt dieser so starken wie verängstigten Frau nahe - nicht nur mit der Kamera, sondern auch emotional. Sie erzählt behutsam und fesselnd, wie Marish den Mut fasst zu fliehen. Von Simon Rayß

Bild: Eclipse Film/Partisan Verleih 11. Oktober 2018, 05:362018-10-11 05:36:13 © SZ.de/khil