Filmpreise Oscar-Mathe

Leonardo DiCaprio will es mit dem Rachethriller "The Revenant" endlich wissen - und diesmal kriegt er es auch wirklich raus: Die Nominierungen für die diesjährigen Academy Awards fallen sehr berechenbar aus.

Über zu viele Überraschungen musste man sich nicht unbedingt beklagen, als am Donnerstagmorgen die diesjährigen Oscar-Nominierungen bekannt gegeben wurden - unter anderem von den Filmemachern Ang Lee und Guillermo del Toro, die mit fast buddhistischer Freundlichkeit die Namen verlasen. Der Hollywood Reporter hatte am Tag zuvor in einer unerbittlichen Hochrechnung, gespeist aus bisherigen Preisverleihungen und Kritikerlisten mathematisch die potenziellen Nominierten herausgefieselt - und lag in vielen Fällen erschreckend richtig. Die acht Kandidaten für den besten Film waren fast völlig korrekt genannt, sechs davon mit über neunzig Prozent Wahrscheinlichkeit.

Nominiert wurden die großen Filme des Jahres, "The Revenant", "Bridge of Spies", "The Big Short", "Mad Max", "The Martian", außerdem Filme, die in den nächsten Wochen bei uns anlaufen werden: "Spotlight" - über einen Missbrauchsskandal in Bostons Geistlichkeit, "Brooklyn", eine sanfte irische Migrantengeschichte, und "Room", eine Kammerspielproduktion über eine junge Mutter und ihren kleinen Jungen, die in einem Raum gefangen gehalten werden, ihre Flucht und ihre Rückkehr in die Wirklichkeit draußen. "Room" ist der Außenseiter im illustren Trupp der Großproduktionen, sein Regisseur Lenny Abrahamson wurde ebenfalls nominiert - ihn hatten das Hollywood Reporter-Team nicht auf seiner Liste, dafür die anderen vier Nominierten: George Miller, Alejandro G. Iñárritu, Adam McKay und Tom McCarthy. Nur die Prophezeiung, "Carol"-Regisseur Todd Haynes werde auch dabei sein, stimmt nicht. Dafür wurde - das war dann eher eine Überraschung - das Drehbuch von "Room" nominiert, von Emma Donoghue nach ihrem Roman, und Brie Larson als beste Hauptdarstellerin.

Die Favoriten

Die Filme mit den meisten Gewinnchancen bei den Oscars 2016 im Überblick

12 Nominierungen: "The Revenant - Der Rückkehrer"

10 Nominierungen: "Mad Max: Fury Road"

7 Nominierungen: "Der Marsianer - Rettet Mark Watney"

6 Nominierungen: "Spotlight", "Bridge of Spies - Der Unterhändler", "Carol"

5 Nominierungen: "The Big Short", "Star Wars: Das Erwachen der Macht"

4 Nominierungen: "The Danish Girl", "Room"

dpa

Auch die Auswahl der Hauptdarsteller waren voll absehbar, der "Marsianer" Matt Damon und der "Revenant" Leonardo DiCaprio, Michael Fassbender als Steve Jobs und Eddie Redmayne als "The Danish Girl" - und Bryan Cranston, der den in der McCarthy-Zeit auf die schwarze Liste gesetzten Dalton Trumbo spielt im gleichnamigen Film. Bei den Hauptdarstellerinnen waren Cate Blanchett in "Carol" (ihre Kollegin Rooney Mara im gleichen Film ist für die beste Nebenrolle nominiert) und Jennifer Lawrence als "Joy" gesetzt, außerdem Saoirse Ronan in "Brooklyn", Larson. Aber es gab eine schöne Überraschung - Charlotte Rampling ist mit "45 Years" auch dabei.

Der größte Schwall an Nominierungen ergoss sich, nahezu unvermeidlich, über den "Revenant", von Regisseur Iñárritu und Leo - der es nun endlich wissen will - bis zu Nebendarsteller Tom Hardy, Kamera und Ausstattung. Zwei Literaten wurden für Drehbücher nominiert, Nick Hornby für "Brooklyn", nach einem Roman von Colm Tóibin, und Alex Garland für "Ex Machina". Ebenfalls fürs Drehbuch nominiert ist "Inside Out/Alles steht Kopf" - ein Animationsfilm, von Pixar. Chancen auf einen Oscar für den besten Dokumentarfilm haben unter anderem "Amy" von Asif Kapadia und James Gay-Rees und "The Look of Silence" von Joshua Oppenheimer. Die Verleihung findet am 28. Februar statt.