Filmfestival von Cannes Christoph Waltz und Nicole Kidman in der Jury

Das Programm des Festivals von Cannes wird bereits jetzt als eindrucksvoll gewertet - nun steht auch die Jury fest, die über die tatsächliche Qualität entscheiden soll.

Christoph Waltz wird nicht nur selbst mit Preisen überhäuft, sondern entscheidet im Mai auch selbst mit über einen der wichtigsten Preise der Branche: Er wurde nun in die Jury für das 66. Filmfestival von Cannes berufen. Waltz bekam im Februar für seine Rolle in "Django Unchained" den Oscar als bester Nebendarsteller, bereits 2010 räumte er den gleichen Preis für seine Rolle in "Inglourious Basterds" ab.

Auch Nicole Kidman ("Eyes Wide Shut") wird an der Côte d'Azur über die Vergabe der Goldenen Palme mitentscheiden. Die 45-jährige Australierin bekam 2003 für ihre Darstellung der Schriftstellerin Virginia Woolf in "The Hours - Von Ewigkeit zu Ewigkeit" den Oscar als beste Hauptdarstellerin.

Neben Waltz und Kidman ist mit dem 58-jährigen Regisseur Ang Lee ein weiterer Name auf der Liste zu finden, der auch einem Massenpublikum bekannt ist. Der aus Taiwan stammende Filmemacher Lee bekam in diesem Jahr den Regie-Oscar für "Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger". Schon für das Drama "Brokeback Mountain" erhielt er den Regie-Oscar, für "Tiger and Dragon" den Oscar für den besten fremdsprachigen Film.

Bereits seit Ende Februar ist offiziell, dass US-Starregisseur Steven Spielberg als Jury-Präsidenten des Festivals fungiert.

Weitere Mitglieder der Jury - mit etwas weniger Hollywood-Appeal, aber zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet, nicht zuletzt in Cannes selbst - sind die indische Schauspielerin Vidya Balan ("Kahaani", "Parineeta"), die japanische Filmemacherin Naomi Kawase ("Der Wald der Trauer") sowie ihre britische Kollegin Lynne Ramsay ("We need to talk about Kevin"), der französische Schauspieler Daniel Auteuil ("Caché") und der rumänische Regisseur Cristian Mungiu ("4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage").

Zum glamourösen Wettbewerb um die Goldene Palme sind in diesem Jahr 19 Filme geladen. Eröffnen wird das Festival mit der Literaturverfilmung "Der große Gatsby" mit Leonardo di Caprio. Deutschland ist auf dem Festival weder im Hauptwettbewerb vertreten noch in der renommierten Nebenreihe "Un certain regard", jedoch an den Produktionen einiger Beiträge beteiligt. Darunter sind der Film "Heli" des Mexikaners Amat Escalante sowie "Michael Kohlhaas" von Arnaud des Pallières. Insgesamt wird das Programm von Cannes schon vorab als eindrucksvoll gewertet - es bewerben sich unter anderem Roman Polanski und die Coen-Brüder um die Goldene Palme.

Ehrengast des diesjährigen Festivals ist die US-Schauspielerin Kim Novak, die in dem Alfred-Hitchcock-Klassiker "Vertigo" Filmgeschichte schrieb. Die 80-Jährige wird der Vorführung einer restaurierten "Vertigo"-Fassung beiwohnen und außerdem während der Abschlusszeremonie am 26. Mai einen der begehrten Preise überreichen.