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Filmfest-Tipp des Tages:Rhythmen eines neuen Lebens

Foto: Filmfest München

Morris hat es nicht leicht. Der 13-Jährige aus New York, fulminant gespielt von der YouTube-Entdeckung Markees Christmas, muss mit seinem neuen Alltag klarkommen. Einem Leben, das er sich nicht ausgesucht hat. Seine Mutter ist tot, sein Vater, der ihn liebevoll "Chuck Morris" nennt, nimmt ihn mit nach Heidelberg, wo die beiden lernen müssen, sich zu arrangieren. Jeder auf seine Weise. Der afroamerikanische Teenager fühlt sich ausgegrenzt, am liebsten hört er Musik und taucht in seine Hip-Hop-Welt ab. Bis sich die 15-jährige Katrin (Lina Keller) für den rappenden Außenseiter interessiert und dieser nicht nur Machtspielchen, Drogen und Elektro-Partys kennenlernt, sondern auch den Lockruf der Liebe vernimmt. Chad Hartigans hinreißender Coming-of-Age-Film, eine deutsch-amerikanische Koproduktion über Heimat und Teenagersehnsüchte, bietet treibende Musik und surreale Einfälle, vor allem aber: rührend-lustige Szenen. Irgendwann tanzt Morris mit einem Kissen, dem er das Jäckchen seiner Angebeteten angezogen hat und mit dem er im Bett landet. So ist auch dieser Independent-Film: umwerfend.

Morris From America, Regie: Chad Hartigan, Dtl./USA 2016, OmU, Sa., 2. Juli, 17 Uhr, HFF Audimaxx, Bernd-Eichinger-Platz 1, im Anschluss Publikumsgespräch mit dem Regisseur, www.filmfest-muenchen.de