Filmfest-Tipp des Tages Alarmierende Rauchzeichen

Der Dokumentarfilm "Welcome to Sodom" zeigt eine apokalyptische Welt auf einem riesigen Elektroschrottplatz nahe der ghanaischen Hauptstadt Accra

Es beginnt in Afrika und es endet dort. Das weiß das Kinopublikum spätestens seit Elton Johns Wiederauferstehungshymne "Circle Of Life" aus dem Disney-Film "Der König der Löwen". Um den Kreislauf des Lebens geht es auch im Dokumentarfilm "Welcome to Sodom", süße Löwenbabys spielen darin eine eher untergeordnete Rolle. "Hier musst du stark sein wie ein Löwe", sagt ein Mann, der auf einem riesigen Elektroschrottplatz nahe der ghanaischen Hauptstadt Accra lebt. Hier landen all die aussortierten Computer und Handys aus einer weit entfernten Welt, in der so mancher seine digitalen Helferlein öfter wechselt als seine Zahnbürste. Die Regisseure Florian Weigensamer und Christian Krönes, die schon vor zwei Jahren mit "Ein deutsches Leben" (über Goebbels' Sekretärin Brunhilde Pomsel) auf dem Filmfest zu Gast waren, beleuchten in ihrem neuen Film eine apokalyptische Welt, über die schwarze Rauchschwaden ziehen und in der tausende Menschen leben (). Sie sammeln Metalle, Erze und winzige Mengen der so genannten seltenen Erden, die nicht selten durch Sklavenarbeit im Osten Kongos gewonnen werden. Es beginnt also in Afrika, und es endet dort: Nie zeigte sich der Kreislauf des Lebens von so einer hässlichen Seite.

Welcome to Sodom, Regie: F. Weigensamer & C. Krönes, Di., 3. Juli, 17 Uhr, Kino Mü. Freiheit, Mi., 4. Juli, 20 Uhr, Atelier, Do., 5. Juli, 15.30 Uhr, Mü. Freiheit