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Kino-Nachrichten:USA und Russland wollen Filme auf der ISS drehen

Film Raumstation Tom Cruise

Eine russische Sojus-Rakete soll im Herbst 2021 Schauspieler zur ISS bringen.

(Foto: dpa)

Es werden die ersten fiktionalen Produktionen auf deiner echten Raumstation sein. Die Hauptrolle in der US-Produktion wird, wie nicht anders zu erwarten, Tom Cruise spielen.

Russland und USA wollen Schauspieler ins All schicken

Ist das ein neues Wettrennen ins All? Sowohl in Russland als auch in den USA gibt es Pläne, einen Spielfilm auf der Internationalen Raumstation zu drehen. Im Herbst 2021 sollen Schauspieler mit einer Sojus-Kapsel zur ISS fliegen, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos in Moskau mit, die den Film zusammen mit einem staatlichen TV-Sender produzieren wird. Ziel sei es, die Raumfahrt in Russland populärer zu machen und auch den Beruf des Kosmonauten zu "heroisieren".

Eine Handlung für den Film gibt es bislang ebenso wenig wie eine Besetzung. Die Rollen sollen demnächst ausgeschrieben werden. Die Zeit drängt: Raumfahrer benötigen für ihren Einsatz auf der ISS rund 400 Kilometer über der Erde in der Regel ein monatelanges Training.

Zahlreiche Kosmonauten sagten russischen Medien am Donnerstag, dass sie keine Bedenken hätten, Schauspieler zur ISS zu schicken. Weltraumtouristen seien bereits im All gewesen, das könnten auch Schauspieler schaffen, sagte der Raumfahrer Sergej Rjasanski dem Internetportal gazeta.ru. Rjasanski war 2017 auf der ISS.

Schon im Mai war bekannt geworden, dass auch eine US-Produktion auf der ISS geplant ist. Es überrascht wenig, dass es Tom Cruise ist, der für das Projekt zur ISS reisen soll, um dort mit Regisseur Doug Liman ("Die Bourne Identität", "Edge of Tomorrow") zu drehen. Sowohl die NASA als auch das Raumfahrtunternehmen Space X von Elon Musk haben ihre Beteiligung bereits zugesagt, produzieren will Universal. Laut dem Branchenmagazin Variety ist eines der zentralen Probleme für den Film die Frage der Versicherung, unter anderem die des Hauptdarstellers Cruise. Die bislang kursierende Höhe des Budgets von mindestens 200 Millionen Dollar dürfte sehr optimistisch sein. dpa/khil

Studenten Oscar Film Deutschland Beauty Animationsfilm Schelbli

Szene aus dem Animationsfilm "The Beauty" von Pascal Schelbli, produziert an der Filmakademie Baden-Württemberg.

(Foto: Pascal Schelbli)

Abschlussfilm der Filmakademie Baden-Württemberg mit Studenten-Oscar ausgezeichnet

Ein Kugelfisch aus Luftblasenfolie, eine Muräne mit Autoreifenprofil, Dutzende Plastiktüten, die durchs Wasser schweben wie ein schimmernder Quallenschwarm. Der Kurzfilm "The Beauty" von Regisseur Pascal Schelbli hat in der Sparte Animation im internationalen Wettbewerb einen Studenten-Oscar gewonnen. Das teilte die Oscar-Akademie in Beverly Hills am Dienstagabend mit.

Der animierte Kurzfilm des 1987 in der Schweiz geborenen Regisseurs ist nur vier Minuten lang. Schelbli zeigt darin eine auf den ersten Blick idyllische Unterwasserwelt mit Fischschwärmen und Meeresfauna, die aber bei genauem Hinsehen von Plastikmüll durchsetzt ist. Der Film fordert dazu auf, die Verschmutzung der Meere zu beenden, die Schönheit der Ozeane zu schützen.

Schon häufiger gingen Studenten-Oscars an Absolventen deutscher Hochschulen. 2017 etwa setzten sich die Kurz-Doku "Galamsey" von Johannes Preuss (Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg) und der Kurz-Spielfilm "Watu Wote/All of Us" von Katja Benrath (Hamburg Media School) gegen die internationale Konkurrenz durch. Mit den Trophäen ehrt die Akademie seit 1972 Auslands-Regisseure und junge Talente von Filmhochschulen in den USA.

In diesem Jahr reichten 207 amerikanische und 121 internationale Hochschulen knapp 1500 Beiträge ein. 18 Studenten seien nun als Preisträger in sieben Film-Kategorien ausgewählt worden. Die Arbeiten sollen am 21. Oktober in Los Angeles in einer virtuellen Zeremonie gewürdigt werden. Die Gewinner können ihre Filme auch für den Oscar-Wettbewerb im Jahr 2021 einreichen. dpa/khil

Soll Batman ein neues jüngeres Profil verpassen: Robert Pattinson.

(Foto: AFP)

"Batman"-Dreaharbeiten wegen Corona-Fall gestoppt - Robert Pattinson soll sich infiziert haben

Die Dreharbeiten zu "The Batman" in England sind wegen eines positiven Covid-19-Tests am Set gestoppt worden. Ein Mitglied des Produktions-Teams sei positiv getestet worden und befinde sich nun in Quarantäne, erklärte eine Sprecherin von Warner Bros. "Die Dreharbeiten wurden vorübergehend eingestellt." Warner Bros. machte keine Angaben über die infizierte Person. Laut Informationen des Branchenmagazins Variety handelt es sich aber um den Hauptdarsteller Robert Pattinson.

Die "Batman"-Dreharbeiten mit dem britischen "Twilight"-Star in der Hauptrolle waren im Januar unter der Regie von US-Regisseur Matt Reeves ("Planet der Affen") angelaufen, dann aber wegen der Corona-Pandemie Mitte März ausgesetzt worden. Erst diese Woche wurden die Filmaufnahmen in dem Studio Leavesden in der Nähe von London wieder aufgenommen. Der Film soll im Oktober 2021 in die Kinos kommen.

Trailer für den neuen Batman-Film mit Robert Pattison

Wie grausig dieses Geräusch ist - und wie falsch in diesem Setting: Das Gaffer-Tape, das der Mörder von seiner Rolle reißt, klingt nicht nach Klebeband. Mehr wie das Wetzen von Krallen. Ein peinigendes Geräusch, das durch die holzgetäfelte Herrschaftlichkeit des Raums hallt. Es passt hier nicht her. Klar: Gaffer-Tape wird überall dort benutzt, wo etwas gerissen ist in der Welt. Aber es wird doch eher dort rumgewickelt, wo die Dinge eilig und provisorisch geflickt werden müssen - nicht dort, wo prunkvolle Ledersessel stehen.

Im Trailer zum neuen "Batman"-Film wird es um den Kopf einer Leiche gewickelt und auf dem vogelscheuchigen Antlitz, das das ergibt, steht in roten Großbuchstaben "NO MORE LIES" - keine Lügen mehr. Dann startet eine Neubearbeitung von Nirvanas paranoidem Song "Something In The Way". Viel Beklemmung für gerade mal 19 Sekunden.

Es ist schließlich tatsächlich etwas aufgerissen in dieser Welt. Leider ist es seit einiger Zeit womöglich die Welt selbst - zerteilt irgendwo an diesen Fragen entlang: Wer lügt? Wer sagt die Wahrheit? Und vor allem: Welche Instanzen dürfen das beurteilen?

Der gut zweiminütige Clip, der beim "DC FanDome"-Event am vergangenen Wochenende Premiere feierte, ist insofern klug gemacht - und brillant klug geschnitten. Regisseur Matt Reeves konnte nämlich noch nicht auf das ganze Filmmaterial zurückgreifen. Die Produktion war im Januar in London gestartet, wurde Anfang März aber wegen der Coronavirus-Pandemie vorübergehend unterbrochen. Was man trotzdem sieht, ist unter anderem Robert Pattinson als Batman/Bruce Wayne, Colin Farrell als entstellter Pinguin und Zoë Kravitz als Catwoman. Außerdem eine Welt, in der einstige Instanzen offenbar schwerstbeschädigt sind.

Die Titelseiten von Zeitungen sind da an eine Wand gepinnt. Irgendwer hat auch auf sie das Wort "Lügen" geschmiert. Ein Auto rast in eine Menschenmenge. Reporter gieren nach Statements. An den Tatorten sind naive, mysteriöse Nachrichten an Batman hinterlassen. "Bist du Gerechtigkeit?", fragt eine immer stärker verfremdete Stimme. "Bitte, lüg mich nicht an!"

Batman sei in seiner Version "eine wachsende Legende", aber "noch kein Symbol der Hoffnung", sagte Matt Reeves laut Entertainment Weekly auf dem FanDome-Event über seine Titelfigur. Und: "Er ist weit davon entfernt, perfekt zu sein." Eines der Dinge, mit denen er sich befassen müsse, sei, "wie er wahrgenommen wird".

"Was zum Teufel bist du denn?!", fragt der Anführer eine Gang mit weißgeschminkten Gesichtern. "Ich bin Vergeltung!", sagt Batman - nachdem er ihn extrem brutal zusammengeschlagen hat. "Du bist auch ein Teil davon", prophezeit die verfremdete Stimme. "Inwiefern bin ich das?", fragt Batman. "Wirst du noch sehen." Der Film soll im kommenden Jahr in die Kinos kommen. Im Trailer ist das Datum "?0?1" geschrieben.

Trailer für den neuen Coppola-Film "On The Rocks"

Sofia Coppola und Bill Murray und New Yorker Pfützen und Musik von Phoenix: Eine schöne Überraschung in der an Überraschungen gerade eher armen Kinowelt ist der Trailer zu Sofia Coppolas neuem Film. Für "On The Rocks" hat sich die mit dem Oscar ausgezeichnete Regisseurin ("Lost in Translation") mal wieder Bill Murray als einen der Hauptdarsteller ausgesucht. Zuletzt hatten Coppola und Murray im Netflix-Weihnachtsfilm "A very Murray Christmas" (2015) zusammengearbeitet.

Bill Murray spielt in "On The Rocks" einen alten Lebemann, der von seiner Tochter (gespielt von Rashida Jones) um Hilfe gebeten wird, weil sie ihren Ehemann verdächtigt, sie zu betrügen. Sofia Coppola hat schon in "Somewhere" ein feinfühliges Gespür für Vater-Tochter-Beziehungen bewiesen, der neue Film greift den Topos in einem anderen Setting mit neuen Protagonisten in einer späteren Lebensphase wieder auf. Die Musik zum Film kommt unter anderem von Sofia Coppolas Ehemann, Phoenix-Frontmann Thomas Mars. "On The Rocks" soll im Oktober bei Apple TV+ erscheinen.

Royal Filmpalast in München öffnet nach Lockerungen in der Corona-Krise wieder, 2020

Der Royal Filmpalast in München öffnet nach Lockerungen in der Corona-Krise wieder - und wirbt dafür auf seinem Billboard.

(Foto: Stephan Rumpf)

Kinos flehen um Hilfe

Die mittelständischen Kinos in Deutschland bangen wegen Corona um ihre wirtschaftliche Zukunft. "Ohne staatliche Finanzhilfen kann ein großer Teil der deutschen Filmtheater die aktuelle Krise nicht überleben", teilten die Kinobetreiber mit. Durch die Schließung der Kinos Mitte März und die nur zögerliche Wiedereröffnung seit Mitte Mai verzeichneten alle Kinobetreiber massive Umsatzeinbrüche und befänden sich in einer teils dramatischen Liquiditätssituation. "Zahlreiche mittelständische und familiengeführte Filmtheaterunternehmen sehen deshalb ihr Lebenswerk bedroht."

In einem offenen Brief an Kulturstaatsministerin Monika Grütters fordern sie wirtschaftliche Hilfen sowie einen Kinogipfel. "Ohne die Unterstützung der Bundesregierung wird es in Deutschland bald keine Filme, keine Besucher und keine Kinos mehr geben", heißt es in dem Schreiben. Viele Arbeitsplätze seien bedroht. Zudem seien die Folgen für das kulturelle Leben und die Belebung der Innenstädte irreversibel.

Den Brief unterzeichneten 68 Unternehmen, die nach eigenen Angaben für rund 1300 Leinwände in Deutschland stehen und damit einen Marktanteil von 40 Prozent repräsentieren. dpa

Plakate für den Disney-Film "Mulan" an eine Bushaltestelle in Peking.

(Foto: AFP)

"Mulan" kommt in die chinesischen Kinos

Disneys lang erwarteter und wegen der Coronakrise immer wieder verschobener Blockbuster "Mulan" bekommt nun offenbar doch einen Kinostart in China. Ein offizielles Datum steht zwar noch nicht fest, aber der Film sei für den Start freigegeben, gab der Disneykonzern am Montag bekannt.

Eine Woche zuvor hatte Disney verkündet, dass man "Mulan" in den meisten Ländern der Welt nur über den neuen Streamingdienst des Konzerns, Disney Plus, wird sehen können - für eine Rekordgebühr von etwa 30 US-Dollar. Diese Entscheidung wird als Test für ein teures Streamingmodell gesehen, aber auch als Bedrohung für die Kinoketten, die ohne Corona wesentlich stärker dagegen protestiert hätten, dass einer der größten Blockbuster des Jahres an ihnen vorbeigeschleust wird.

In China wird Disney Plus voraussichtlich erst von 2021 an verfügbar sein, die Kinos in einem der wichtigsten Kinomärkte der Welt sind jedoch schon seit Ende Juli wieder geöffnet. Wie wichtig dieser Markt gerade für "Mulan" ist, einen Film, der auf einer uralten chinesischen Volksballade beruht, war an der bemüht poetischen Formulierung zu sehen, mit der Disney den bevorstehenden Start auf der chinesischen Social-Media-Plattform Weibo verkündete: "Wenn die Magnolie sich öffnet, wird sie ihrem Ruf gerecht und kommt wie versprochen." khil

© SZ/dpa/khil

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