Warum will einer Schauspieler werden? Aus Eitelkeit und Geltungssucht? Oder weil er vom Theater „infiziert“ ist? Der zwanzigjährige Joachim, von dem Joachim Meyerhoff in seinem Ich-Roman „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ erzählt, will fliehen: vor sich selbst und den Gedanken an seinen toten Bruder. Und er will etwas auch für ihn selbst völlig Unerwartetes, scheinbar Unpassendes tun, deshalb bewirbt er sich an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule. Es ist ein trotziges Wegrennen und Sich-Verstecken, das den jungen Wilden aus Schleswig nicht nur ins weit entfernte München und das seltsame Kunstbiotop einer Schauspielschule führt, sondern auch in das mindestens so skurrile Ökosystem seiner Großeltern. Weil die Mieten auch in den Achtziger- und Neunzigerjahren in München schon mondpreismäßig hoch waren, zieht er in ein rosafarbenes Zimmer in deren Nymphenburger Villa. Mehrere Jahre wohnt er dort mit ihnen zusammen.
FilmBitte einmal mit den Brustwarzen lächeln
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Simon Verhoevens „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ nach Joachim Meyerhoff feiert die Schauspielkunst. Senta Berger brilliert darin als Diva – diese Literaturverfilmung muss man sehen.
Von Martina Knoben
