Das vielleicht schönste Bild der Inszenierung ist, wenn Ines Schiller als Helen ganz selbstverständlich ein Stück rohes Fleisch verzehrt, das ihr operativ entferntes Furunkel symbolisiert: So zeigt die Regisseurin das radikale Annehmen des eigenen Körpers in Schmerz und Lust, die autoerotische Selbstvergewisserung einer Frau - stellvertretend für eine Generation, die auf den medial vermittelten Terror der Körperlichkeit verunsichert reagiert.

Ja, die Bühnenfassung ist klüger als ihre Vorlage. Aber was heißt das schon? Man möchte sich ein Feuchtgebiet für das Theater wünschen, wo sich eigene Ideen vermehren wie Helens Bakterien auf dem Krankenhausflur. Ein Biotop schlauer, schmutzig-schöner Stoffe, nur fürs Theater.

Foto: ddp

30. September 2008, 10:362008-09-30 10:36:00 ©