"Feuchtgebiete" am TheaterVom Terror der Körperlichkeit

Maximale Aufmerksamkeit bei minimaler Erwartung: Charlotte Roches Skandal-Bestseller "Feuchtgebiete" ist auf der Bühne klüger als die Romanvorlage.

Da liegt sie in weißen Nierenschalen: Helen Memel, in siebenfacher Ausführung. Die hämorrhoidal gebeutelte Romanheldin der "Feuchtgebiete" wird von sieben Schauspielern verkörpert: vier Männer und drei Frauen in blütenweißen Feinripp-Unterhosen und BHs aus Mullbinden, kindlich eingerollt, verliebt-versunken in die eigene Anatomie. Am Ende werden sie mit blut- und erdverschmierter Unterwäsche wieder in ihre Wannen steigen - und trotzdem eine Inszenierung hinter sich haben, die reinlicher nicht hätte ausfallen können.

Foto: ddp Text: Annabel Dillig/ SZ vom 30.09.2008/sst

30. September 2008, 10:362008-09-30 10:36:00 ©