Festival Verspielte Poesie

"Lauter Laute" im Schwere Reiter

Von Oliver Hochkeppel

Beim Titel des dreitägigen Festivals vom 14. bis 16. März im Scope, dem "Spielraum für aktuelle Musik" des Schwere Reiter, könnte man an den bauchigen Vorläufer der Gitarre denken, an die Laute nämlich. Doch bei "Lauter Laute" geht es in erster Linie um die Verbindungen von Sprache, Lautpoesie und Musik - witzigerweise an allen drei Abenden mit der Gitarre als einem wesentlichen Instrument. Los geht es vergleichsweise konventionell, mit "Dinggedichten & Briefliedern". Dafür hat sich die Saxofonistin und "Frau mit dem Täkst", Verena Richter, mit dem Gitarristen und Zitatvertoner Johannes Öllinger zusammengetan. Richter, die viele von Auftritten bei Poetry Slams kennen, versucht in ihren Gedichten, Dinge zum Sprechen zu bringen, gerne auch komisch. Öllinger formt aus Sätzen von Franz Kafka, Kurt Tucholsky, Hannah Arendt, Rosa Luxemburg und vielen anderen in klassischer Liedermachermanier eingängige Melodien.

Schon experimenteller wird es bei "Metal, Word and Wire". Da loten das Duo Metal, Wood and Wire mit dem Gitarristen Geoff Goodman und dem Instrumentenbastler Ardhi Engl gemeinsam mit der Schauspielerin, Sprecherin und Regisseurin Ruth Geiersberger aus, wo Text zu Musik und Wort zum Ton wird. Zeitgenössische und dadaistische Lyrik mit Texten von Kurt Schwitters ("Ursonate"), John Cage ("Lecture on Nothing") und Michael Lentz ("Alle Ding") treffen auf die Spontankompositionen von Engl und Goodman. Noch dadaistischer und avantgardistischer geht es schließlich beim Trio des Autoren, Sprechers und Saxofonisten Michael Lentz und dem Schlagzeuger Michael Wertmüller sowie dem Laptop-Gitarristen Gunnar Geisse zu, wenn Lautpoesie und radikal verspielte Lyrik auf experimentelle und hochenergetische elektronische Musik trifft. Beginn ist an allen drei Abenden von Donnerstag bis Samstag um 20 Uhr im Schwere Reiter.