Am Ende triumphiert die unsichtbare Frau im Graben. Nathalie Stutzmann ist die Dirigentin der Stunde, führt Charles Gounods großes romantisches Musiktheater „Faust“ an der Bayerischen Staatsoper brillant durch einen langen, manchmal länglichen Abend. Natürlich im Verbund mit einem ausgezeichneten Sängerensemble, darunter der herausragende US-amerikanische Bassbariton Kyle Ketelsen als Méphistophélès. In einer Inszenierung (Lotte de Beer, Florian Hurler), die auf Modernisierung verzichtet, mit großformatigen, metallisch anmutenden Flächen, skulptural platziert wie von Richard Serra (Bühnenbild: Christof Hetzer), ruhige Räume schafft, in denen die Akteure in historisch informierten Kostümen agieren.
Opernpremiere von „Faust“Ein neuer Pavarotti ist er nicht
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Aber der Tenor Jonathan Tetelman zeigt in Charles Gounods „Faust“ an der Bayerischen Staatsoper, dass Großes in ihm steckt. Heimlicher Star des Abends ist trotzdem die Dirigentin Nathalie Stutzmann.
Von Helmut Mauró
