Fassbinder-Star und Mutter Oberin Rosel Zech ist tot

Sie drehte Filme mit Fassbinder und stand für Zadek auf der Bühne: Die beliebte Schauspielerin Rosel Zech ist im Alter von 69 Jahren gestorben. Zuletzt spielte sie neben Fritz Wepper in der ARD-Serie "Um Himmels Willen", musste dann aber wegen ihrer Krankheit 2011 ihre Rolle aufgeben.

Rosel Zech ist tot. Die Schauspielerin starb im Alter von 69 Jahren am Mittwochabend in einer Klinik in Berlin. Das teilte die Geschäftsführerin der Rainer Werner Fassbinder Foundation, Juliane Lorenz, am Donnerstag mit.

Schauspielerin Rosel Zech ist tot: Zech und Rainer Werner Fassbinder während der Dreharbeiten zum Film Die Sehnsucht der Veronika Voss.

(Foto: dapd)

Zech starb an Knochenkrebs. "Sie ist sehr aufrecht und sehr bewusst in den Tod gegangen und sie hat gekämpft", sagte Lorenz, eine gute Freundin der Künstlerin.

Als gestrenge Mutter Oberin in der ARD-Serie Um Himmels Willen war die Film- und Theaterdarstellerin zuletzt seit Jahren Millionen Menschen ein Begriff. Berühmt wurde sie schon viel früher mit einer anderen Rolle: In Rainer Werner Fassbinders vorletztem Film spielte die wandlungsfähige Schauspielerin den drogenabhängigen, selbstquälerischen Ufa-Star Veronika Voss. Der Film Die Sehnsucht der Veronika Voss brachte ihr 1982 einen Goldenen Bären der Berlinale ein.

Am Theater war die sensible Zech mit ihrer Fähigkeit, in viele Rollen zu schlüpfen, da schon lange ein Begriff.

Erst in diesem Jahr war Zech als Mutter Oberin aus der TV-Dauerfehde zwischen Bürgermeister Wöller (Fritz Wepper) und den Ordensschwestern ausgestiegen. Sie wolle sich von einer schweren Krankheit zu Hause erholen, hieß es.

Empfindsam und verletztlich

Zwei Regisseure waren prägend für die Schauspielerin, die vor allem in labilen, gefährdeten Frauenrollen zu überzeugen wusste: Peter Zadek und Fassbinder. Dass sie selbst empfindsam und verletzlich war, war kaum zu übersehen.

In einem Interview mit dem Stern verriet sie einmal: "Brücken abzureißen und sich auf das gegenüberliegende Ufer zu begeben, wo man sich verliert und aufgibt - diesen Schritt kann ich gut verstehen. Da muss man aufpassen, weil, das ist eine Spannung, die ich in mir habe."