Fan-Treffen Alle für ein Halleluja

Gipfeltreffen: Der "Bud Spenzer Heart Chor" vereint mit den "Oliver Onions" (Mitte und rechts, jeweils mit Jacke); vorne kniend der Chorleiter Dominik Schauer.

(Foto: OH)

Was der Giesinger "Bud Spenzer Heart Chor" beim Spencerhill-Fest erlebte

Interview von Dirk Wagner, Lommatzsch/München

Was 1999 als Internetportal www.spencerhill.de begann, auf dem sich Fans von Bud Spencer und Terence Hill austauschten, ist längst zu einem jährlichen Fan-Treffen gewachsen, das mittlerweile Stargäste lockt. Etwa die italienischen Schauspieler und Stuntmen Riccardo Pizzuti und Sal Borgese, die sich in zahlreichen Filmen mit Bud Spencer und Terence Hill prügeln. Oder das Bud-Spencer-Double Klaus Löffler. Am Wochenende fand das Treffen erstmals im sächsischen Lommatzsch statt, weil Terence Hill dort als Kind von 1943 bis 1945 gelebt hatte. Dort feierte heuer auch der vom Chorleiter Dominik Schauer gegründete Giesinger "Bud Spenzer Heart Chor" sein Spencerhill-Debüt mit einem Programm, das ausschließlich Lieder aus Bud-Spencer-und-Terence-Hill-Filmen als Chorgesänge aufbereitet.

SZ: Wie haben Sie das Spencerhill-Fest erlebt?

Dominik Schauer: Es war einfach unglaublich. Ich weiß gar nicht, welches Adjektiv ich dafür finden soll. Die Veranstalter haben damit gerechnet, dass 1500 Menschen erscheinen. Tatsächlich kamen aber über 4000 Fans. Und zwar in eine Stadt, die selbst nur 5000 Einwohner hat. Deren Supermarkt war dann komplett leer gekauft. Aber die Stimmung blieb grandios. Auf dem Sportplatz des Ortes haben sie den gesamten Vergnügungspark aus dem Film "Zwei wie Pech und Schwefel" nachgebaut. Samt Riesenrad und Autoscooter und Hau-den-Lukas. Es wurden Filme gezeigt. Es gab Konzerte. Kostümierte Menschen liefen auf einer Movie-Parade. Und die Stargäste haben sich die ganze Zeit unters Volk gemischt und mitgefeiert.

Stargast war heuer auch das italienische Musiker-Duo Guido und Maurizio De Angelis alias Oliver Onions, das Ende der Siebziger Jahre mit Songs wie "Orzowei" oder "Santa Maria" auch in Deutschland Nummer-1-Hits landete. Vor allem aber werden die beiden für ihre Soundtracks zu den Bud-Spencer- und Terence-Hill-Filmen gefeiert, die letztlich auch Ihr Chorprogramm bestimmen. Kam es zu einem gemeinsamen Auftritt?

Ja. Wir haben mit Oliver Onions zusammen den Feuerwehrchor, also den Coro dei pompieri aus dem Film "Zwei wie Pech und Schwefel" aufgeführt. Das ist diese lange Szene, wo Bud Spencer in einem Chor mitsingt, während ein Killer versucht, ihn dort zu erschießen. Und jetzt waren wir der Chor, Oliver Onions haben uns dirigiert, Und die über 4000 Zuschauer haben auch noch mitgesungen. Das war großartig.

Im Oktober spielt Oliver Onions ein Konzert in Berlin. Wird Ihr Chor dann auch wieder dabei sein?

Das wissen wir noch nicht. Aber den Kontakt mit den beiden werden wir auf jeden Fall aufrechterhalten. Wir fanden uns ja gegenseitig sehr sympathisch. Über unsere Musik haben sie wortwörtlich gesagt, es sei, als würden wir ihre Kinder umarmen. Außerdem werden sie noch mehrere Konzerte in Deutschland spielen. Vielleicht auch in München. Mal sehen, welche Möglichkeiten der Zusammenarbeit sich da ergeben.

Nachdem Terence Hill vor kurzem mit seinem neuen Film auf diversen Premieren in Deutschland war, schickte er zum Spencerhill-Festival nur eine Videobotschaft. Ihr hättet aber Terence Hill vor wenigen Tagen in München treffen können, oder?

Das haben wir ja probiert. Wir haben auch das Angebot gemacht, bei der Filmpremiere zu singen. Aber Terence Hill selbst war bei jeder Premiere nur zehn Minuten da und ist dann wieder verschwunden. Da haben die Fans auch keine Autogramme mehr bekommen. Aber gut, der Mann ist auch nicht mehr der jüngste.

Wie kamen Sie auf die Idee, sich musikalisch auf Bud-Spencer und Terence-Hill-Filme zu konzentrieren?

Ein befreundetes Paar namens Oliver und Melanie Hill hat seinen Sohn Terence getauft. Und ich hab' auf der Taufe gespielt. Wobei die beiden sich wünschten, dass ich etwas aus einem Terence-Hill-Soundtrack in der Kirche spiele. Parallel kam der Wunsch auf, einen Chor zu gründen. So kam eins zum anderen. Wobei ich ja gar nicht geahnt hatte, wie gut sich gerade die Lieder aus den Bud-Spencer-und-Terence-Hill-Filmen für den Chor arrangieren lassen. Das hab ich dann auch besonders intensiv gespürt, als wir mit 45 Stimmen auf dem Festival in Sachsen auftraten und die 4000 Zuschauer plötzlich auch noch mitsangen.

Was sind Ihre nächsten Ziele? Werden Sie erneut auf dem Spencerhill-Festival auftreten?

Die Veranstalter haben den Wunsch bereits geäußert. Allerdings ist nicht klar, wo das Festival das nächste mal stattfindet. Eventuell möchten die das wieder in einer Westernstadt machen, wie die Jahre zuvor. Auf jeden Fall wollen wir aber auch mal auf dem Wacken Open Air spielen.