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Fall Gurlitt:US-Anwälte bereiten Klage gegen Deutschland vor

Es geht um ein Gemälde von Max Liebermann und weitere Werke: Anwälte eines Nachfahren jüdischer Vorbesitzer kündigen an, im Fall Gurlitt Anklage gegen Deutschland und Bayern erheben zu wollen.

Amerikanische Anwälte kündigen an, gegen Deutschland und den Freistaat Bayern zu klagen, sie fordern die Herausgabe des Gemäldes "Zwei Reiter am Strand" von Max Liebermann, sowie einiger anderer Kunstwerke, die zur Sammlung von Cornelius Gurlitt gehören und zur Zeit von der Staatsanwaltschaft Augsburg verwahrt werden. Möglicherweise versuchen sie einer Rückgabe der Werke an Cornelius Gurlitt zuvor zu kommen, der gegen die Beschlagnahmung Beschwerde beim Amtsgericht Augsburg eingelegt hat, über die in den nächsten Wochen entschieden wird.

Der Washingtoner Anwalt August J. Matteis vertritt in der Auseinandersetzung um den "Schwabinger Kunstschatz" David Toren, einen 88jährigen Anwalt im Ruhestand aus New York, der angibt, das Ölgemälde von Liebermann habe seinem Großonkel David Friedmann aus Breslau gehört. Toren, dessen Eltern in Auschwitz umgebracht wurden, entkam mit einem Kindertransport nach Schweden. Er war einer der ersten Nachfahren jüdischer Vorbesitzer, der überhaupt Ansprüche anmeldete, als der Fund im vergangenen November publiziert wurde. Dem amerikanischen Blog Speakeasy des Wall Street Journal zufolge, kritisiert Anwalt Matteis, "dass seither wenig passiert" sei. Tatsächlich war die eigens eingerichtete Taskforce zur Klärung von Raubkunst-Ansprüchen bislang erst einmal in dem Bilderlager.

Weitere Antragsteller erheben Ansprüche

Doch die Taskforce reagiert abweisend auf die Kritik: "Die Klärung zivilrechtlicher Ansprüche zwischen Herrn Cornelius Gurlitt und den Anspruchstellern ist nicht Aufgabe der Taskforce Schwabinger Kunstfund", ließ man am gestrigen Nachmittag mitteilen und weist darauf hin, dass für das Gemälde insgesamt drei Ansprüche von unterschiedlichen Antragstellern vorlägen: "Daher muss die Quellenlage mit größter Sorgfalt geprüft werden". Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass die Anwälte von Cornelius Gurlitt - unabhängig von der anstehenden Klage gegen Bayern und Deutschland -, mit der Familie Toren derzeit verhandeln.