Evangelium nach Péter Esterházy:Der Riss im Kruzifix

Ungarn nach Kriegsende: In Péter Esterházys "Die Markus-Version" wird Gott zum leibhaftigen Familienmitglied. Und ein Taubstummer will von ihm wissen, wie viele Sätze er erschaffen hat.

Von Lothar Müller

Die Familie ist der Rubrik "Volksfeind" zugeschlagen und aus Budapest in ein nordungarisches Dorf zwangsausgesiedelt worden. Dort lebt sie bei einem Bauern, in einem einzigen großen Zimmer. Wenn sie draußen am Sumpf spielen, finden die Kinder schon mal einen Soldatenhelm. Es ist Nachkriegszeit. Und der Sozialismus ist an der Macht, die Großbauern heißen "Kulaken", wenn von der Arbeit die Rede ist, taucht das Kürzel LPG auf, und die Frau des Großbauern hat das kostbare Kreuz aus Messing versteckt. "Väterchen Stalin hat Gott geklaut, sagt Onkel Ágoston, denn Stalin ist gestorben und die Einweihung der wiederaufgebauten Kirche ausgefallen."

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