Trotzdem will Ahmed Abu Haiba, der Erfinder von "4Shbab", nichts davon hören, dass sein Sender "islamisch" sei. "Wir versuchen, den Jugendlichen auf unterhaltsame Weise die Religion näherzubringen. Ohne zu predigen", sagt der 41-jährige Ägypter. "Deswegen sind wir noch lange kein islamischer Sender. Aber unsere Zuschauer nennen uns so, weil wir versuchen, religiös vorbildlich, religiös orientiert zu sein.

"Ahmed Abu Haiba hat auch etwas gegen im Westen inflationär gebrauchte Begriffe wie "Islamist". Der Fernsehmann sitzt in seinem kargen Büro in Kairo, trägt weder das traditionelle Männergewand noch einen langen Bart: Er ist glatzköpfig, hat einen modischen Ziegenbart, bevorzugt Hemd und Hose. Auf seiner Stirn aber hat er die Zebiba: Eine dunkle Beule, die für das viele Beten typisch ist. Sie entsteht durch das ständige Reiben der Stirn auf dem Gebetsteppich, vor allem in Ägypten gilt sie als Zeichen großer Religiosität.

An der Wand hängt ein Flachbildschirm, auf dem der Senderchef gerade selbst zu sehen ist: In einem Muttertags-Programm erklärt er, warum Mütter nicht nur am Muttertag gut behandelt werden sollten. Der Islam achte und respektiere die Frau und die Mutter.

Foto: Traditionell gekleidet: ein Kandidat./ ap

5. Juni 2009, 17:342009-06-05 17:34:00 ©