Enid Blyton:Der Preis der Nostalgie

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Enid Blyton: Enid Blyton lebte von 1897 bis 1968, Schätzungen gehen davon aus, dass von ihren Büchern mittlerweile rund eine halbe Milliarde Exemplare verkauft wurden.

Enid Blyton lebte von 1897 bis 1968, Schätzungen gehen davon aus, dass von ihren Büchern mittlerweile rund eine halbe Milliarde Exemplare verkauft wurden.

(Foto: imago stock&people)

Enid Blyton gilt als weltweit erfolgreichste Kinderbuchautorin. Nun wird die "Abenteuer-Reihe" wieder veröffentlicht, neu übersetzt. Aber was ist mit den alten Illustrationen, die rassistische Klischees zeigen?

Von Heike Nieder

Enid Blyton - dieser Name ist für Generationen von Kindern verknüpft mit Lesenächten unter der Bettdecke, kiloschweren Büchertaschen aus der Bibliothek oder Hörspielnachmittagen auf dem Krankenlager. Dass die Werke der 1968 verstorbenen britischen Autorin bereits zu Lebzeiten als trivial und klischeebeladen kritisiert wurden, hat ihrer Popularität nicht geschadet. Jetzt legt der Bocola-Verlag die Abenteuer-Reihe neu auf - und wirbt mit den Illustrationen von Stuart Tresilian aus der englischen Originalausgabe, erschienen 1944 im Londoner Macmillan-Verlag. Im gerade veröffentlichten ersten Band sieht man auf fünf von insgesamt 41 Zeichnungen, teilweise in deutscher Erstveröffentlichung: einen schwarzen Mann mit weit aufgerissenen Augen, wulstigen Lippen und einem affenähnlichen Profil. Es handelt sich um Joe, den Bösewicht in "Insel der Abenteuer".

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