Wir waren in Bayreuth, wir haben Wagners „Walküre“ gehört und gesehen, wow, was für Weiber, die da auf Rössern durch die Luft sausen und tote Helden nach Walhall bringen! Und wie kriegerisch die alle heißen – Helmwige, Gerhilde, Siegrune, Roßweiße, Schwertleite, Grimgerde und die berühmteste, die Chefin, Papa Wotans Liebling, heißt Brünnhilde. Das hat uns sehr beeindruckt, zu der Zeit hießen Mädchen bei uns Jessica oder Chantal. Und ich weiß noch, wie wir im Auto saßen und immer neue Walkürennamen erfanden, einer schöner als der andere. Nur Silbenzahl und Betonung mussten stimmen, Krieg war dabei nicht mehr nötig, kein Schwert, kein Helm, keine Brünne, aber: Durchreiche, Dachpappe, Leitplanke, Kronleuchte, oder Armleuchte? Ein ganzes Heer friedlicher Frauen erfanden wir.
Notizen aus meinem LebenGute alte Pampigkeiten
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Mit Namen soll man keinen Spott treiben? Aber warum eigentlich nicht? Manche haben es doch verdient. Folge acht von „Heidenreichs Fundstücken“.
Von Elke Heidenreich
