KlassikEine Oper als schrille Fuck-Trump-Party

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Nicht mal der Atombomben-Mutant Gorgonzilla kann in Hamburg die Menschheit vor einem Präsidenten retten, der als monströs aufgepumptes Riesenbaby in Windeln daherkommt.
Nicht mal der Atombomben-Mutant Gorgonzilla kann in Hamburg die Menschheit vor einem Präsidenten retten, der als monströs aufgepumptes Riesenbaby in Windeln daherkommt. (Foto: Tanja Dorendorf/dpa-Bildfunk/Staatsoper Hamburg)

Was einem Angst macht, das muss man verhöhnen: Elfriede Jelinek und Olga Neuwirth haben für Hamburg „Monster’s Paradise“ geschrieben – es sind Schmähgesänge auf ein Monster im Weißen Haus.

Von Peter Laudenbach

Diese Uraufführung muss man wohl ein Manifest und ein Fest nennen. Mit dem von der Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek getexteten und von Olga Neuwirth komponierten Auftragswerk „Monster’s Paradise“ beschert Tobias Kratzer, Regisseur und der neue Intendant der Staatsoper Hamburg, seinem Haus ein maximal plakatives, aber auch sehr lustiges Musiktheater-Ausrufezeichen mit erhöhtem Hipness-Faktor. Neuwirths und Jelineks Oper ist ein Weltuntergangs-Oratorium, eine absurde Komödie in Zeiten des Autoritarismus und, na ja, eine Fuck-Trump-Party. Stilistisch bewegt sich das in angemessener Grellheit irgendwo zwischen Comicstrip, Geisterbahn, Godzilla-Film und Grand Guignol, dem blutspritzenden Splatter- und Horrorclown-Theater der vorletzten Jahrhundertwende.

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Als Elfriede Jelinek 1985 die NS-Verstrickung des Schauspieler-Clans Hörbiger offenlegte, beschimpfte man sie als Nestbeschmutzerin. Jetzt wird ihr Stück „Burgtheater“ zum ersten Mal am Burgtheater aufgeführt.

SZ PlusVon Verena Mayer

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