Diese Uraufführung muss man wohl ein Manifest und ein Fest nennen. Mit dem von der Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek getexteten und von Olga Neuwirth komponierten Auftragswerk „Monster’s Paradise“ beschert Tobias Kratzer, Regisseur und der neue Intendant der Staatsoper Hamburg, seinem Haus ein maximal plakatives, aber auch sehr lustiges Musiktheater-Ausrufezeichen mit erhöhtem Hipness-Faktor. Neuwirths und Jelineks Oper ist ein Weltuntergangs-Oratorium, eine absurde Komödie in Zeiten des Autoritarismus und, na ja, eine Fuck-Trump-Party. Stilistisch bewegt sich das in angemessener Grellheit irgendwo zwischen Comicstrip, Geisterbahn, Godzilla-Film und Grand Guignol, dem blutspritzenden Splatter- und Horrorclown-Theater der vorletzten Jahrhundertwende.
KlassikEine Oper als schrille Fuck-Trump-Party
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Was einem Angst macht, das muss man verhöhnen: Elfriede Jelinek und Olga Neuwirth haben für Hamburg „Monster’s Paradise“ geschrieben – es sind Schmähgesänge auf ein Monster im Weißen Haus.
Von Peter Laudenbach
