Elbphilharmonie:"Lieber für Kultur viel Geld ausgeben als für reiche Leute"

Sechs Jahre länger als geplant hat ihr Bau gedauert, und am Ende war er zehnmal so teuer: Trotzdem sind bei der Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie alle versöhnt. Die Bilder.

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Die Elbphilharmonie erstrahlt: Zur Eröffnungszeremonie am Mittwochabend gehörte auch ein Lichterspektakel an der Fassade - so hatten auch alle etwas zu sehen, die keine Karte für das Eröffnungskonzert bekommen hatten.

New Elbphilharmonie Ceremonial Act And Opening Concert

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Zu den 2100 geladenen Gästen gehörten 500 Glückliche, die ein Ticket gewonnen hatten. Unter den prominenten Gästen waren auch Altbundespräsident Christian Wulf und seine Frau Bettina.

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Kent Nagano, begleitet von seiner Ehefrau Mari, war von dem Konzert begeistert: "Ich glaube, ich spreche für alle Musiker und das Publikum, wenn ich sage: Wir waren tief beeindruckt von dieser Geburt."

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Das neue Hamburger Konzerthaus soll allen Bürgerinnen und Bürgern offen stehen, wie Bundespräsident Joachim Gauck in seiner Rede bei der Eröffnung betonte: "Die Elbphilharmonie ist für mich auch ein Bau, der unserer offenen Gesellschaft entspricht. Ihre Architektur führt Unterschiedliches zusammen, ohne es gleichmachen zu wollen." Auch SZ-Redakteur Andrian Kreye interpretiert das Bauwerk als "ganz große Willkommenskultur".

Eröffnung der Elbphilharmonie

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"Eines Tages werden wir alle sehr stolz sein, dass auch zu unseren Zeiten mal etwas gebaut wurde, wo Menschen vielleicht in 50 und 100 Jahren noch sagen: Guck mal, das war damals im Jahr 2017 am 11. Januar", beschreibt Bundeskanzlerin Angela Merkel die Bedeutung dieses Bauwerks. Bis zur Eröffnung war es allerdings ein langer Weg.

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Zu teuer, zu aufwendig, zu langsam: Lange hatte der Bau der Elbphilharmonie vor allem für negative Schlagzeilen gesorgt. Nicht in dieser Nacht. Beinahe kitschig wirkt es, wie der Mond den dunklen Himmel über dem Gebäude erhellt, dessen Lichter wiederum auf das Wasser der Elbe strahlen. Es ist die Jungfernnacht der Elbphilharmonie, die schon einen eigenen Spitznamen hat: "Elphi".

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Das Gebäude verspricht nicht weniger, als eines der besten Klangerlebnisse der Welt zu bieten. Unter Leitung von Chefdirigent Thomas Hengelbrock spielte das NDR-Elbphilharmonie-Orchester ein erstes öffentliches Konzert.

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Der Mann, der für die Akustik verantwortlich ist, ist hier im Bild zu sehen: Meister-Akustiker Yasuhisa Toyota. Er hat, zusammen mit den Architekten, die sogenannte "weiße Haut" ersonnen, die Innenverkleidung des Großen Saals mit ihren unregelmäßigen Vertiefungen, die im Hintergrund zu sehen ist. Sie dient einem einzigen Zweck: den perfekten Klang zu ermöglichen. Nach allem, was bisher an die Öffentlichkeit dringt, ist dies gelungen.

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Die Musiker spielen vor 2100 geladenen Gästen. Darunter die gesamte Staatsspitze. Hier im Bild: Bundeskanzlerin Angela Merkel, rechts neben ihr der Hamburger Erste Bürgermeister Olaf Scholz. Bundespräsident Gauck hielt am Abend eine Ansprache, darin ging er auch auf die schwierige Entstehungsgeschichte des Hauses ein: "Sie galt als Traum und als Albtraum, als Weltstar und als Witz, als Blamage und als Wunder." Anspielend auf die enormen Steuergelder, die in das Projekt geflossen sind, sagte Gauck: Nun sei es wichtig, mit diesem Bau "auch Menschen zu erreichen, die bislang nicht in Konzerte gehen". Schauspieler Armin Mueller-Stahl sah den finanziellen Aufwand nicht ganz so kritisch: "Lieber für Kultur viel Geld ausgeben als für reiche Leute", kommentierte der 86-Jährige, der unter den Gästen war.

Eröffnung der Elbphilharmonie

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Der Öffentlichkeit weniger bekannt, für den Erfolg des Abends aber umso wichtiger, sind zwei Männer: Die Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron haben das spektakuläre Gebäude entworfen. Sie dürften an diesem Abend erleichtert gewesen sein: Denn so begeistert jetzt viele von der Elbphilharmonie sind, so steinig war auch der Weg dahin. Fast zehn Jahre hat der Bau gedauert, sechs Jahre länger als geplant. Und auch die Kosten explodierten: Insgesamt verschlang die "Elphi" mehr als zehnmal so viel wie geplant.

Eröffnung der Elbphilharmonie

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Doch am Ende war es die Mühe wert: Der Konzertsaal kann mit den besten Konzerthäusern der Welt mithalten. Er liegt ganz oben im Gebäude und bietet Raum für mehr als 2000 Menschen. Die immensen Ausmaße nimmt der Besucher jedoch kaum wahr, vielmehr wirkt der Saal wie ein Wohnzimmer, das für klassische Musik gestaltet ist.

Wohnung in Elbphilharmonie. Quelle: Engel &Völkers

Quelle: Nina Struve

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Sollte sich jemand nach einem Konzert gar nicht mehr losreißen können, gibt es noch ein ganz besonderes Schmankerl: Man kann in der Elbphilharmonie auch wohnen - mit einem unvergleichlichen Ausblick über Hamburg. Nur ein bisschen teuer könnte es werden, die Quadratmeterpreise liegen nach Informationen des Handelsblatts zwischen 15 000 und 36 000 Euro.

© SZ.de/dpa/AFP/jly/ewid/jobr/stein
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