Eine Knallcharge braucht zwei Dinge: einen Knall und den Mut zum Schmierentheater jenseits enger Scham- und Geschmacksgrenzen. An beidem lässt es das Personal in „Eine Minute der Menschheit“ nicht fehlen, der jüngsten Premiere der Regisseurin Anita Vulesica am Deutschen Theater Berlin. Dass sich die zwei Stunden der Aufführung trotz oder auch wegen des angestrengten Gewitzels arg zäh hinziehen, könnte an der daueraufgekratzten Penetranz-Tonlage liegen. Aber vor allem ist das Thema des Abends kein gespielter Witz für grenzdebile Entertainer, sondern ein Albtraum größenwahnsinniger Statistiker.
Theater„Es dübelt der Dübel …“
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Kandidat für den Wolfram-Weimer-Literaturpreis für erotische Lyrik: Anita Vulesica inszeniert in Berlin Stanisław Lems „Eine Minute der Menschheit“ in daueraufgekratzter Penetranz-Tonlage.
Von Peter Laudenbach
