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James-Bond-Darsteller:Roger Moore ist tot

  • Roger Moore ist am Dienstag in der Schweiz gestorben.
  • Seine Familie gab als Todesursache eine Krebserkrankung an.
  • Der britische Schauspieler war vor allem bekannt für seine Rolle als Geheimagent James Bond, seit den Neunzigern engagierte er sich vor allem in sozialen Projekten.

Roger Moore ist tot. Auf Twitter informierte seine Familie am Dienstagnachmittag über den Tod des britischen Schauspielers. "Unser liebender Vater ist heute nach kurzem, tapferem Kampf gegen Krebs verstorben", heißt es. Er sei in seinen letzten Tagen mit "Liebe umgeben gewesen, die sich in Worten nicht quantifizieren lässt".

Moore, am 14. Oktober 1927 als Sohn eines Polizisten im Süden von London geboren, war vor allem bekannt für seine Rolle als Geheimagent James Bond, die er 1973 von Sean Connery übernommen hatte. Die Agenten-Thriller basieren auf den Vorlagen des Autors Ian Fleming. Insgesamt war er sieben Mal in der Rolle des "007" zu sehen. 1973 bildete "Live and Let Die" ("Leben und sterben lassen") den Auftakt. Mit "A View to a Kill" ("Im Angesicht des Todes") trat Moore 1985 ab, um die Rolle an den Shakespeare-Darsteller Timothy Dalton zu übergeben. Insgesamt spielte er den britischen Agenten aber am häufigsten gespielt.

1991 wurde er Sonderbeauftragter der Filmkunst für Unicef

Nach eigenen Aussagen war es dem Schauspieler zunehmend peinlich geworden, als "männliches Sexsymbol ausgestellt" zu werden. Außerdem hätten ihm die ohne Double und Stuntmen gedrehten Szenen Ängste eingejagt, die er nur mit Hilfe von Tranquilizern zu bewältigen vermocht habe.

Nach der Bond-Ära blieben große Filmerfolge für Moore zunächst aus. Die Komödien "Bed & Breakfast" und "Bullseye!" (1990) kamen nicht in deutsche Kinos. Auch das in St. Moritz gedrehte Ski-Spektakel "Feuer, Eis & Dynamit" von Willy Bogner, an dem neben dem skibegeisterten Moore auch Popstar Jennifer Rush und der deutsche Schauspieler Siegfried Rauch mitwirkten, fand 1990 nur begrenzten Zuspruch. Bald fand Moore Erfüllung in anderen Bereichen.

So sang er etwa in Andrew Lloyd Webbers Musical "Aspects of Love" die Hauptrolle des Jetsetters George Dillingham. 1991 wurde er Sonderbeauftragter der Filmkunst für das Kinderhilfswerk Unicef und engagierte sich fortan für humanitäre Zwecke. Im Jahr 2002 zog es ihn - in Deutschland - nochmals vor die Kamera: Im Tatort "Schatten" hatte er eine kleine Rolle.

Der endgültige Durchbruch kam mit der Serie The Saint

Moore hatte früh einen Weg als Künstler eingeschlagen. Mit fünfzehn bereits entschloss er sich, eine Kunstschule zu besuchen, um Maler zu werden. Später begann er eine Lehre in einem Trickfilmstudio. Von 1944 bis 1945 besuchte er die Royal Academy of Dramatic Arts, spielte am Londoner Arts Theatre im "Kreidekreis" mit, musste jedoch, als er 19 Jahre alt war, zunächst Militärdienst leisten. Als Leutnant gehörte er bei Kriegsende einer in Deutschland stationierten "Combined Services Entertainment Unit" an.

Nach der Entlassung aus der Armee übernahm er zunächst kleinere Film- und Fernsehrollen, spielte in verschiedenen Londoner Theatern und arbeitete als Dressman und Verkäufer. 1953 übersiedelte er in die USA, wo ihm ein Vertrag bei Metro Goldwyn Mayer (MGM) zu mehreren Filmnebenrollen verhalf. Mit den TV-Serien Ivanhoe, 1957/1958 in England gedreht, und Maverick wurde Moore auch in Deutschland bekannter. Den endgültigen Durchbruch schaffte er mit der in mehr als 90 Ländern ausgestrahlten Serie The Saint, in der er bis 1969 in insgesamt 120 Folgen in der Rolle des Simon Templar zu sehen war.

Vier Mal trat der Schauspieler vor den Traualtar. Moore war in erster Ehe mit Doorn van Steyn verheiratet, danach mit Dorothy Squires. Ehefrau Nummer drei wurde Luisa Mattioli, von der er sich Anfang 1997 trennte. Seit 1993 soll Moore eine, wie es hieß, "enge Beziehung" mit der dänischen Millionärswitwe Kristina ("Kiki") Tholstrup unterhalten haben. Im März 2002 wurde bekannt, dass die beiden in aller Stille geheiratet haben.

Moore lebte seither vorwiegend in seinem Chalet im schweizerischen Gstaad und in Monte Carlo. Er hinterlässt drei Kinder, Deborah, Geoffrey und Christian. Sie waren es auch, die den Tod ihres Vaters twitterten. "Danke Papa, dass du du warst", schrieben sie. "Und dass du so vielen Menschen so wichtig warst." Nach Angaben der Familie soll die Beisetzung auf Wunsch Moores in Monaco stattfinden.

© SZ.de/biaz/cag/dd
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