Dieses sinnliche Erlebnis kann man sich schwer vom Leib halten, wenn man einmal drauf achtet. Gerade im Herbst: Ungelüftete Wintermäntel im Pendlerzug geben die Gerüche voller Kleiderschränke ab und etwas Schweiß des letzten Winters, an den Schuhen klebt feuchtes Laub mit einem Bröckchen Hund, der Nebenmann hat am Bahnsteig noch geraucht und trinkt einen an süßlich Erbrochenes erinnernden Taurindrink. Das Riechen ist unter unseren fünf Sinnen der aus Gründen am häufigsten verdrängte.
DüfteWie riecht die Gegenwart?
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Wie Flugzeuge von Eurowings, Commerzbank-Filialen oder Samsung-Shops: verstörend angenehm. In einer Duftausstellung im Kunstpalast Düsseldorf kann man aber auch die Straßen von Paris im 18. Jahrhundert mit der Nase begehen. Würdigung eines völlig unterschätzten Sinns.
Von Marie Schmidt
