Verschwörungsideologien in der NS-Zeit:Paranoia und Wahn unter Hitler

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Rudolf Heß an einer Messerschmidt Me 110

Rudolf Heß in der Kanzel eines Flugzeuges von Typ Messerschmitt Me 110. Mit dem gleichen Muster flog er 1941 nach England.

(Foto: Scherl/Süddeutsche Zeitung Photo)

Im Dritten Reich kursierte eine Vielzahl von Verschwörungsideologien. Wie sind diese entstanden und wie haben sie sich verbreitet? Der britische Historiker Richard J. Evans spürt ihnen in seinem neuen Buch nach.

Von Rudolf Walther

Verschwörungen und Verschwörungstheorien gehören zur Geschichte wie Intrigen und Komplotte zum Alltag. Seit dem 18. Jahrhundert, als Revolutionsgegner, klerikale und konservative Autoren begannen, allerlei Verschwörungen von Freimaurern, Illuminaten und anderen Geheimgesellschaften für die Französische Revolution verantwortlich zu machen, gehört die Verdächtigung und Denunziation von Kritik zur Grundausstattung für die Konstruktion von Verschwörungstheorien. Die von Carl Schmitt inspirierte, wegen ihres griffigen Titels "Kritik und Krise" (1959) von konservativen und rechten Autoren oft herzitierte, aber seltener gelesene Dissertation Reinhart Kosellecks gilt diesen noch als Beleg für die These, die Revolution von 1789 sei das Resultat einer Verschwörung von Geheimgesellschaften. Die mit der Aufklärung verbundene Alphabetisierung sowie die mediale Entwicklung von Massen- und Boulevardpresse, Trivial- und Kolportageliteratur, später Film, Fernsehen und zuletzt dem Internet, das jeden Alphabetisierten potenziell zum Autor und Verleger macht, hat die Zahl und Verbreitung von Verschwörungstheorien exponentiell wachsen lassen. Die jüngste Pandemie hat auch diese Theorien zur flächendeckenden Seuche gemacht.

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