Anna Lembke ist Psychiaterin und Professorin an der Stanford University, ihr Buch „Die Dopamin-Nation“ ist ein internationaler Bestseller, der weit über die Grenzen der Wissenschaft hinaus in unser gesellschaftliches Leben reicht. Lembke steht für das Videotelefonat extra früh auf, um vor ihrem ersten Patienten am Morgen ausreichend Zeit zu haben. Zum Einstieg erzählt sie davon, dass sie selbst eine eher ungewöhnliche Sucht hatte: Sie konnte nicht genug von kitschigen Vampir-Romanen bekommen, las sie sogar heimlich auf der Toilette, damit es der Rest der Familie nicht mitbekam. „Ich wusste, dass das literarisch nicht besonders wertvoll ist“, sagt sie. „Aber ich konnte nicht anders, ich musste immer weiterlesen.“ Ihr neues Buch erscheint Ende dieses Jahres, sie wird sich darin mit einem der größten Probleme unserer Gegenwart beschäftigen: der Einsamkeit junger Menschen.
Social Media„Stellen Sie sich eine Welt vor, in der Kokain niemals ausginge“
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Hunderttausende Kinder in Deutschland sind süchtig nach sozialen Medien, die Politik diskutiert über Altersgrenzen – aber was genau passiert eigentlich im Gehirn, wenn man ständig vor Tiktok hängt? Ein Gespräch mit der Stanford-Psychiaterin Anna Lembke.
Interview von Sara Peschke
