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Donald Trump und die Wissenschaft:Auch das Postfaktische ist gefühlte Wahrheit

Republican Presidential Candidate Donald Trump Appears With His Vice Presidential Candidate Pick Indiana Gov. Mike Pence

Trumps Wahlkämpfer investierten viel Geld in soziale Medien.

(Foto: AFP)

Brexit, Donald Trump und jetzt das Referendum in Italien - immer wieder lauten die Reaktionen: Wir haben die Tatsachen, während die Populisten lügen. Wenn es doch nur so einfach wäre!

Müssten Politikwissenschaftler sich jetzt nicht auf ein neues Fachgebiet "Trump Studies" spezialisieren? Sobald es zertifizierte Trumpologen gäbe, sollten sie vor allem erklären, warum all das, was als gesichertes Wissen über die politische Kultur der USA galt, plötzlich nicht mehr zu stimmen scheint: Androhung von Verfassungsbrüchen, dreiste Lügen, Veteranen schmähen, sich mit den weißen Nationalisten (sprich: Rassisten) einlassen - das bedeutete einst: Ende der Fahnenstange für Karrieren in der amerikanischen Politik. Im Brexit-Jahr ist man versucht zu denken: Das Phänomen Trump war erst im "postfaktischen" Zeitalter möglich, in dem Tatsachen nicht mehr hartnäckig, sondern aufweichbar oder schlicht zu verleugnen sind.

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